Die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland sorgt für Kontroversen. Um die Sicherheit von Schafen und Schäfern zu gewährleisten, hat das Startup Pax Lupus ein neuartiges, autonomes Herdenschutzsystem entwickelt. Dieses wird mit Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.
Rückkehr der Wölfe und steigende Konflikte
Die Wolfspopulation in Deutschland hat sich von 128 Rudeln im Jahr 2019 auf 219 bestätigte Rudel im Jahr 2025 erhöht, was zu intensiven Diskussionen über den Umgang mit diesen Tieren führt. Ein Vorfall in Hamburg-Altona, bei dem ein Wolf eine Frau in einer Einkaufspassage gebissen hat, wirft Fragen über die Sicherheit in städtischen und ländlichen Gebieten auf. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das innovativen Startup Pax Lupus mit 125.000 Euro, das ein autonomes System zur Wolfs- und Herdenschutz entwickelt hat.
Ein alternatives Schutzsystem für Nutztiere
Das von Pax Lupus entwickelte Herdenschutzsystem kombiniert die Verteidigung vor Wölfen mit einem respektvollen Umgang mit der Tierwelt. DBU-Generalsekretär Alexander Bonde betont, dass ein gut funktionierendes Management für Wölfe notwendig ist, um sie in der Natur zu halten und gleichzeitig die Nutztierhaltung zu schützen. Die Gründer des Startups, Anna-Karina Katt und Karsten Schmiegel, setzen auf Künstliche Intelligenz, um ein nicht-tödliches Abwehrsystem zu schaffen.
„Viele traditionelle Schutzmaßnahmen sind ineffizient und gefährlich“, erklärt Katt. Daher nutzen sie autonome Drohnen, die bei Gefahr aufsteigen und gezielt auf Wölfe zugehen, um sie zu vertreiben. Dies geschieht ohne die Tiere zu verletzen, was das System zu einer umweltfreundlicheren Alternative macht.
Einfache Handhabung und effektive Prävention
Das autonome System wird in der Mitte der Weide aufgestellt und benötigt zur Stromversorgung nur ein Solarmodul. Die Kameras überwachen die Umgebung und erkennen Wölfe über Bewegungsmuster. Bei einem Annäherungsversuch aktiviert das System verschiedene Abwehrmaßnahmen, beginnend mit einer Drohne, die den Wolf anfliegt. Sollte der Wolf näherkommen, werden die Abwehrmechanismen intensiviert.
Katt hebt hervor, dass das System gezielt und effizient agiert: „Es unterscheidet zwischen Wölfen und anderen Tieren.“ Dies ermöglicht es Schäfern, potenzielle Bedrohungen genau zu beobachten und gegebenenfalls manuell einzugreifen. Langfristig soll dies dazu führen, dass Wölfe die Weiden meiden und die Nutztiere besser geschützt sind.
Pax Lupus plant, die Technologie auch auf andere Weidetiere auszuweiten. So könnten beispielsweise auch Kühe, Pferde und Hühner von dem Schutzsystem profitieren. Zukünftig könnte das System zudem auf andere Raubtiere trainiert werden, um noch mehr Sicherheit zu gewährleisten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die innovative Herangehensweise von Pax Lupus nicht nur den Schaf- und Schäferbestand schützt, sondern auch zur Erhaltung der wertvollen Kulturlandschaften beiträgt, die für die Artenvielfalt in Deutschland wichtig sind.
