Caritas warnt: Gewalt gegen Zivilisten nimmt zu

Anzeige
Digitale Realität

Caritas international schlägt Alarm über die steigenden Opferzahlen in bewaffneten Konflikten. Mehrheitlich betroffen sind Zivilisten, darunter auch Frauen und Kinder, deren Zahl sich seit 2020 vervierfacht hat.

Wachsende Gefährdung der Zivilbevölkerung

Angesichts der alarmierenden Entwicklungen warnt Caritas international vor einer zunehmenden Bedrohung für die Zivilbevölkerung in Konfliktregionen. „Militärische Angriffe berücksichtigen immer seltener die Sicherheit von Zivilisten“, stellt Oliver Müller, Leiter von Caritas international, fest. Die Missachtung des humanitären Völkerrechts sei in vielen Konflikten zur Norm geworden. Dies belege auch die Rekordzahl an gewaltsamen Auseinandersetzungen, die laut dem Uppsala Conflict Data Program im Jahr 2025 erreicht werden dürfte.

Steigende Zahl von Opfern unter Zivilisten und Helfern

Die aktuellen UN-Zahlen zeigen, dass die Anzahl getöteter Frauen und Kinder in bewaffneten Konflikten zwischen 2020 und 2024 um das Vierfache gestiegen ist. Auch humanitäre Helfer sind zunehmend gefährdet. Mit 388 getöteten Einsatzkräften war das Jahr 2025 das tödlichste seit Beginn der Aufzeichnungen. Diese Entwicklungen sind besonders im Libanon besorgniserregend.

Kritische Lage im Libanon

Caritas-Partner berichten von einer zunehmend unberechenbaren Sicherheitslage im Libanon. Immer wieder kommt es zu Angriffen auf Wohngebiete und zivile Infrastruktur, was die Arbeit von Hilfsorganisationen stark behindert. „Unsere Teams müssen immer häufiger Einsätze abbrechen, da Luftangriffe in der Nähe stattfinden“, erklärt Müller. Angesichts dieser Umstände haben viele Caritas-Mitarbeiter ihre Häuser und Familien verlassen müssen. Tragischerweise verloren sie auch Menschen, die sie unterstützten, wie den Pfarrer Pierre Al-Rahi, der bei einem Granateinschlag ums Leben kam, als er einer verletzten Familie zur Hilfe eilte. Müller fasst die Situation zusammen: „Wo Angriffe auf Wohnhäuser, Krankenhäuser oder Hilfseinrichtungen in Kauf genommen werden, ist eine klare Grenze überschritten – sowohl humanitär als auch völkerrechtlich.“

Weiterlesen

Jetzt den kostenlosen Regionalupdate-Newsletter abonnieren.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel