Cyberrisiken bedrohen die Versorgungssicherheit in Deutschland

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Eine aktuelle Umfrage der Thüga-Gruppe zeigt, dass Cyberangriffe die größte Bedrohung für die Versorgungssicherheit in Deutschland darstellen. Nahezu alle befragten Stadtwerke erkennen die Herausforderungen der digitalen Sicherheit an und bereiten sich auf mögliche Risiken vor.

Cyberangriffe als Hauptgefahr

Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist stabil, doch die Gefahren durch Cyberangriffe nehmen zu. Das ging aus einer repräsentativen Umfrage unter 150 Stadtwerken und Regionalversorgern der Thüga-Gruppe hervor. 97 Prozent der Befragten sehen in Cyberangriffen das größte Risiko für die kritische Infrastruktur. Damit liegen diese Bedrohungen deutlich vor physischen Angriffen (42 Prozent) und Störungen in den Versorgungsketten (41 Prozent).

Die Teilnehmer der Umfrage betonen die Notwendigkeit, sich auf physische Angriffe vorzubereiten. Dennoch bleibt die Einstellung positiv: „Physische Angriffe sind nicht zu vermeiden – es gibt keine hundertprozentige Sicherheit“, lautet ein zentrales Taktgeber. Der Fokus liegt darauf, auch in kritischen Situationen die Versorgung schnellstmöglich wiederherzustellen.

Aktuelle Einschätzung der Bedrohungslage

Die Mehrheit der Fragebogen-Teilnehmer (43 Prozent) stuft die momentane Bedrohungslage als mittel ein, während 30 Prozent sie als hoch wahrnehmen. Ein Viertel bewertet die Lage jedoch als niedrig. Diese Ergebnisse zeigen, dass Sicherheitsstrategien im Tagesgeschäft der Betreiber fest verankert sind und eine Panikreaktion nicht zu beobachten ist.

Um den Herausforderungen gerecht zu werden, haben 85 Prozent der Teilnehmer die Ausgaben für Cybersicherheit erhöht. Ein Grund für den Anstieg der Kosten sind die steigenden gesetzlichen Anforderungen und der Mangel an qualifiziertem IT-Personal. „IT-Sicherheit wird immer komplexer und ist sehr personalintensiv“, bringt es ein Befragter auf den Punkt.

Regulatorische Hürden und Fachkräftemangel

Trotz der steigenden Sicherheitsanforderungen möchten nur 15 Prozent der Unternehmen neues Personal einstellen, und das hauptsächlich in den Bereichen IT-Sicherheit und gemäß der NIS2-Richtlinie. Kritikpunkte aus der Umfrage verweisen auf Regulierungsvorschriften, die pragmatische Lösungen erschweren, und die Angst vor einem überbordenden Bürokratieaufwand. Die Branche fordert, dass der Weg zu effektiver Sicherheit nicht durch übermäßige Bürokratie blockiert werden darf.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Umfrage, dass die kommunalen Energieversorger in Deutschland sich gut auf anstehende Herausforderungen vorbereitet haben. Die zentralen Aufgaben der kommenden Jahre werden es sein, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit ins Gleichgewicht zu bringen, um den hohen Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden.

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