Am 15. April 2026 zeigt 3sat die Dokumentation „Das Geschäft mit dem Gold – Wer zahlt den Preis?“. Die Reportage geht den Auswirkungen des anhaltenden Goldbooms auf verschiedenen Kontinenten nach.
Der Goldrausch und seine Anfänge
Der seit zwei Jahren steigende Goldpreis zieht immer mehr Menschen an, die vom Edelmetall profitieren wollen. Doch dieser Boom hat einen hohen Preis – nicht nur für die Umwelt, sondern vor allem für die Menschen, die unter Bedingungen arbeiten, die oft lebensbedrohlich sind. Im Fokus der Dokumentation „Das Geschäft mit dem Gold – Wer zahlt den Preis?“ stehen Schicksale von Goldschürfern auf den Philippinen, den strengen Handelsbedingungen in der Schweiz und den kulturellen Herausforderungen in Indien.
Philippinen: Lebensgefahr im Goldabbau
Die Dokumentation beginnt mit dem Blick auf die Philippinen, wo Goldschürfer unter extrem gefährlichen Bedingungen arbeiten. Dort wird die Technik des „Compressor Mining“ angewendet, eine Methode, die aufgrund ihrer Gefährlichkeit offiziell verboten ist, jedoch toleriert wird. Diese Entscheidung ist eine Frage des Überlebens für viele Arbeiter, die für ihre Familien kämpfen. Der 42-jährige Zaldy N. Serrano ist ein Beispiel für die Risiken, die die Goldschürfer eingehen: Trotz des hohen Goldpreises verdienen sie oft nur einen Bruchteil dessen, was sie zum Leben benötigen.
Schweiz: Strenge Kontrollen im Goldhandel
In der Schweiz hat der Goldhandel eine lange Tradition. Die Anpassung an globale Standards wird jedoch immer wichtiger. Ein neues Zollgesetz zwingt die größten Raffinerien des Landes dazu, ihre Quellen transparenter zu prüfen. Christoph Wild, Präsident der „Schweizerischen Vereinigung der Edelmetallfabrikanten und -händler“, macht deutlich: Illegales oder kriminelles Gold hat in der Schweiz keinen Raum. Diese neuen Vorschriften sollen sicherstellen, dass die goldene Ware nicht auf Kosten von Menschenrechten und Umwelt geht.
Indien: Tradition und finanzielle Belastungen
Indien sieht sich mit einer weiteren Herausforderung konfrontiert: Der Brautschmuck, der traditionell in Form von Gold angelegt wird, ist für viele Familien kaum noch erschwinglich. Filmemacher Patrick A. Hafner trifft eine Familie mit fünf Töchtern, deren Vater Brijpal Bhati der steigende Goldpreis vor große Probleme stellt. Statt auf teuren Goldschmuck zurückzugreifen, scheinen viele Familien auf vergoldeten Modeschmuck umzusteigen, sehr zur Besorgnis um die zukünftige finanzielle Sicherheit.
Die Dokumentation fordert dazu auf, die komplexen Zusammenhänge im globalen Goldhandel besser zu verstehen und die oft verborgenen Kosten für die Menschen zu berücksichtigen, die das Gold fördern und handeln. Eine packende Reportage, die sowohl bereichert als auch zum Nachdenken anregt.
