Jährlich sterben in Europa 1,7 Millionen Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der EU Safe Hearts Plan zielt darauf ab, die Sterblichkeit bis 2035 um 25 % zu senken. Das Nationale Herz-Netz soll als zentrales Instrument in Deutschland fungieren.
Herausforderung Herz-Kreislauf-Erkrankungen
In Europa sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine der häufigsten Todesursachen. Etwa 62 Millionen Menschen leben in der EU mit einer entsprechenden Diagnose. Trotz medizinischer Fortschritte sind viele dieser Fälle vermeidbar. Mit dem EU Safe Hearts Plan hat die Europäische Kommission eine Strategie entwickelt, um die vorzeitige Sterblichkeit bis 2035 um 25 % zu reduzieren.
Nationales Herz-Netz: Ein strukturierter Ansatz
„Für eine effektive Umsetzung der Ziele des EU Safe Hearts Plans braucht Deutschland einen klaren, datenbasierten und sektorenübergreifenden Ansatz“, sagt Prof. Stefan Blankenberg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Das Nationale Herz-Netz (NHN) soll hierbei entscheidend beitragen. Es zielt darauf ab, Routinedaten aus der klinischen Praxis systematisch zusammenzuführen und standardisiert zu nutzen. Durch die Schließung von Datenlücken können Versorgungswege transparenter gemacht und evidenzbasierte Verbesserungen schneller umgesetzt werden.
Prävention als Schlüssel zur Verbesserung
Mehr als die Hälfte der kardiovaskulären Erkrankungen resultiert aus modifizierbaren Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Rauchen. Studien zeigen, dass eine konsequente Prävention zu erheblich mehr gesunden Lebensjahren führt. Professor Blankenberg betont: „Wer Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken will, muss Prävention, Früherkennung und Patientenversorgung gemeinsam denken.“
Im ersten Schritt wird das NHN in ausgewählten Modellregionen wie Berlin, Sachsen-Anhalt und dem Ruhrgebiet eingeführt. Nach der Pilotphase soll das Netzwerk bundesweit ausgerollt werden. Blankenberg fügt hinzu: „Was bisher fehlt, ist die systematische Verknüpfung der vorhanden Daten über Sektorengrenzen hinweg. Das Nationale Herz-Netz wird diese Lücke schließen und zu einem zentralen Baustein einer modernen Herzmedizin in Deutschland werden.“ Mit diesem Ansatz will die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie die Ziele des EU Safe Hearts Plans aktiv unterstützen.
