Wirtschaftsweise: Kein Gießkanne-Ansatz bei Spritpreisen

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Vor den Beratungen über mögliche Entlastungen für hohe Spritpreise äußert sich Wirtschaftsweise Monika Schnitzer deutlich. Sie spricht sich gegen unspezifische staatliche Eingriffe aus und plädiert für ein Klimageld, um den Verbrauch zu steuern.

Wirtschaftsweise warnt vor falschen Maßnahmen

Im Vorfeld der Gespräche der Bundesregierung über mögliche finanzielle Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger, die unter den hohen Spritpreisen leiden, äußerte die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer klare Bedenken. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz) warnte sie vor der Verteilung von Hilfen mit der „Gießkanne“. Stattdessen solle das seit Langem diskutierte Klimageld eingeführt werden.

Klimageld als Lösung

Schnitzer betonte, dass nur wenige Menschen von den steigenden Spritpreisen existenziell betroffen seien. „Die meisten Menschen können diese höheren Spritpreise verkraften“, stellte sie fest. Sie fordert mehr gezielte Hilfe für die wirklich Bedürftigen anstelle pauschaler Entlastungen. Zudem sieht sie Preisinterventionen kritisch: „Die Leute sollen weniger fahren oder langsamer fahren. Öl ist knapp, wir müssen den Verbrauch senken.“ Um steuerliche Entlastungen zu schaffen, plädiert sie für die Einführung eines Klimageldes, das die Einnahmen aus der CO2-Abgabe an die Bürger zurückgibt.

Erneuerbare Energien und E-Mobilität stärken

Schnitzer macht auch darauf aufmerksam, dass die aktuelle Ölkrise eine Chance für Deutschland darstellt, unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden. Ihrer Meinung nach wäre das Land besser vorbereitet gewesen, wenn der Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Elektromobilität schon weiter vorangeschritten wären. „Wer jetzt ein E-Auto fährt, ist klar im Vorteil“, so Schnitzer. Trotz aktuellen Krisen im Nahen Osten rechnet sie mit negativen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft, da es lange dauern wird, bis sich die Lieferketten stabilisieren.

Insgesamt plädiert Schnitzer für eine klare Strategie, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und gleichzeitig eine gerechte Unterstützung für bedürftige Bürger zu gewährleisten.

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