Anlässlich des 40. Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl protestieren Greenpeace-Aktivisten in der Ukraine. Sie fordern mehr internationale Unterstützung für den Schutz der Unfallstelle, die durch einen russischen Drohnenangriff stark beschädigt wurde.
Protest für den Schutz von Tschernobyl
Vor dem 40. Jahrestag der bekannt gewordenen Reaktorkatastrophe von Tschernobyl versammelten sich zwei Greenpeace-Aktivist:innen vor der gefährlichen Atomruine. Mit einem Banner, das zur Solidarität mit der Ukraine aufruft, machen sie auf die dringend notwendigen Mittel aufmerksam, um die geschädigte Schutzhülle über dem Reaktor zu reparieren. Nach einem russischen Drohnenangriff sind Teile der äußeren Hülle durchschlagen worden, was die Funktionalität dieser Sicherheitsmaßnahme erheblich beeinträchtigt.
Gefahren durch den beschädigten Sarkophag
Der Angriff führte dazu, dass eine Feuer seine Isolierschicht erheblich beschädigte. Diese Schicht ist jedoch unverzichtbar für die Regulierung der Luftfeuchtigkeit innerhalb der Schutzhülle. Infolgedessen ist Kondenswasser zu einem ernsthaften Problem geworden, das die Stabilität des Sarkophags gefährdet. Der Atomexperte von Greenpeace, Heinz Smital, bezeichnete dies als ein nicht kalkulierbares Risiko, das sofortige Maßnahmen erfordere.
Umweltgefahren am Kühlwassersee
Zusätzlich zu den Herausforderungen im Zusammenhang mit der Schutzhülle berichtet Greenpeace von Umweltgefahren, die vom ehemaligen Kühlwassersee ausgehen. In dessen Sediment lagern sich radioaktive Nuklide ab, die seit der Explosion des Reaktors dort verbleiben. Greenpeace hat zusammen mit Wissenschaftler:innen Proben entnommen, um die geologischen und gesundheitlichen Risiken besser zu verstehen. Die Ergebnisse sollen in den kommenden Monaten veröffentlicht werden. Smital warnt: „Der austrocknende Kühlwassersee ist eine tickende Zeitbombe, und die Ukraine darf diese Herausforderung nicht alleine bewältigen.“
