Die Exporte der deutschen Industrie erleben einen Rückgang. Laut einer aktuellen Deloitte-Studie könnte das jährliche Wachstum bis 2035 auf 1,3 Prozent sinken. Dies betrifft vor allem die Märkte USA und China.
Rückgang der Exporte in wichtige Märkte
Die neuesten Modellierungen von Deloitte zeigen, dass die Exporte der deutschen Industrie langfristig schwächer wachsen könnten als in der Vergangenheit. In den vergangenen zehn Jahren lag das jährliche Wachstum bei 2,1 Prozent. Prognosen deuten darauf hin, dass dieses Wachstum bis 2035 auf nur noch 1,3 Prozent pro Jahr zurückfallen könnte. Ein zentraler Faktor für diesen Rückgang ist die sinkende Nachfrage in den beiden größten Märkten, den USA und China. Nach den aktuellen Berechnungen sollen die Exporte in die USA um durchschnittlich 1,5 Prozent pro Jahr bis 2035 zurückgehen und ein Volumen von 65 Milliarden Euro erreichen. Auch die Ausfuhren nach China könnten um 1,7 Prozent sinken und 41 Milliarden Euro ausmachen.
Europäische Märkte gewinnen an Bedeutung
Trotz der rückläufigen Trends in Amerika und Asien bleibt der Absatz in Europa stark. Mit 417 Milliarden Euro im Jahr 2035 könnte das Absatzvolumen der deutschen Exporte in Europa fast doppelt so hoch sein wie in den größten Märkten Asiens und Amerikas. Besonders bemerkenswert ist, dass Frankreich inzwischen als zweitgrößter Exportmarkt vor China liegt. Die Exporte nach Frankreich erreichen 2025 geschätzt 50 Milliarden Euro und zeigen damit einen leichten Rückgang von drei Prozent, während China in der Rangliste hinter Frankreich zurückfällt.
Potenziale in Schwellenländern
Obwohl die Absätze in den großen Ländern des globalen Südens wie Indien und Brasilien 2025 gesunken sind, gibt es langfristig erhebliche Wachstumschancen. Die Exporte nach Indien könnten in den nächsten Jahren um 3,9 Prozent ansteigen, während die nach Brasilien um 4,1 Prozent zunehmen könnten. Auch Australien wird als potentieller Markt mit einem Wachstum von 4,7 Prozent auf neun Milliarden Euro hervorgehoben. Laut Dr. Jürgen Sandau von Deloitte müssen Unternehmen jedoch ihre Lieferketten diversifizieren und Handelshemmnisse innerhalb Europas verringern, um von diesen Chancen zu profitieren.

