In der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat das erste KI-Reallabor für die Medienbranche eröffnet. Prominente aus Politik und Medien erhielten Einblicke in die Entwicklung und Erprobung neuer KI-Anwendungen.
Innovationsschub für die Medienbranche
Das KI-Reallabor, eine Initiative des KI-Kompetenzzentrums Medien (KI.M), wird von der Medien.Bayern GmbH und der BLM gefördert. Medienminister Dr. Florian Herrmann unterstrich die Relevanz des Projekts für die bayerische Medienlandschaft. „Mit diesem Innovationsbooster ermöglichen wir Medienhäusern, KI-Anwendungen unter realen Bedingungen zu testen und helfen damit, die Wettbewerbsfähigkeit des Medienstandorts Bayern zu sichern«, sagte Herrmann. Dadurch können teure Fehlinvestitionen vermieden werden, was besonders für kleine und mittelständische Unternehmen von Vorteil ist.
Konkretisierung von Ideen
Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der BLM, betont, dass KI für Medienunternehmen nur dann wertvoll ist, wenn aus Ideen rechtssichere Anwendungen entstehen. Das KI-Reallabor schafft den richtigen Rahmen, um diese Transformation zu ermöglichen. Die im Labor erzielten Ergebnisse stehen der gesamten Branche zur Verfügung und erleichtern die Entwicklung von Prototypen, besonders für kleinere Medienhäuser.
Stefan Sutor von Medien.Bayern ergänzte: „Die Infrastruktur des Reallabors bietet die notwendigen Voraussetzungen, um innovative Ideen praxisnah zu erproben. Unsere Unterstützung in Form von Hardware und Expertise ist entscheidend für den Fortschritt der Medienbranche, die durch die Nutzung von KI vorangetrieben wird.“
Prototypen für die Zukunft
Der Mehrwert von Künstlicher Intelligenz für die Medien- und Filmbranche wurde von Prof. Dr. Sylvia Rothe (AI-Research der HFF München) erläutert. Jim Sengl, Leiter von KI.M, präsentierte zwei Prototypen, die getestet werden: Ein agentischer KI-Reiseberater, der Zugriff auf die Ressourcen von Verlagen hat, und ein System zur Bildung synthetischer Fokusgruppen, das zur Validierung von Content-Konzepten genutzt wird.
Das KI-Reallabor ist nicht darauf ausgelegt, fertige Produkte mit Marktreife zu präsentieren, sondern bietet einen geschützten Raum, in dem rechtssichere und datensouveräne Lösungen entwickelt werden. Frage zu rechtlichen Aspekten beantwortet Dr. Carolin Gierth, juristische Leitung des KI.M.
Das Interesse an dem Reallabor ist hoch: Bereits ein Prototyp ist in Arbeit, vier weitere sind in der Entwicklung, und über 25 weitere Bewerbungen liegen vor. Die Werkstattberichte sind auf der Website des KI.M verfügbar, welche interessierten Unternehmen die Möglichkeit bietet, sich für Machbarkeitsstudien zu bewerben.
