Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt einen Rückgang der Fallzahlen im Hellfeld. Trotz dieser positiven Entwicklung warnt der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) vor einer voreiligen Entwarnung und verweist auf besorgniserregende Trends in der Gewaltkriminalität.
Rückgang im Hellfeld muss kritisch betrachtet werden
Die Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2025 reflektiert einen Rückgang der Verbrechenszahlen im Hellfeld, was auf den ersten Blick als positive Entwicklung angesehen werden könnte. Dirk Peglow, Vorsitzender des Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), warnt jedoch davor, diese Zahlen isoliert zu betrachten. Besonders der Rückgang im Bereich Cannabis zeigt, dass die rechtlichen Änderungen einen Einfluss hatten, dennoch bleibt der Rückgang nicht unkritisch.
Alarmierende Trends bei Sexual- und Gewaltkriminalität
Eine genauere Analyse zeigt, dass einige schwerwiegende Delikte, insbesondere im Bereich der Gewaltkriminalität und schwere Sexualdelikte, weiterhin ansteigen. Peglow hebt hervor, dass die Anzahl der Vergewaltigungen dramatisch zugenommen hat und damit ein deutlicher Einschnitt in das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung verbunden ist. Dies wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass in diesem Bereich viele Delikte im Dunkelfeld bleiben und somit oft unbekannt oder ungemeldet sind.
Besonders deutlich wird die Problematik, wenn man die steigenden Zahlen tatverdächtiger Kinder betrachtet. Obwohl die Gesamtzahl der Gewaltkriminalität leicht zurückgegangen ist, steigen die entsprechenden Fälle in dieser Altersgruppe weiterhin an. Dies ist besorgniserregend, da frühe Gewalttaten oft tiefgreifende psychische Belastungen und Zukunftsängste widerspiegeln. Peglow warnt davor, dass eine fehlende Stabilität im sozialen Umfeld und Einfluss von sozialen Netzwerken auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen verheerende Folgen haben können.
Notwendigkeit von Dunkelfeldforschung und Sicherheitsberichten
Die PKS stellt lediglich die registrierte Kriminalität dar und bildet somit nur einen Teil der Realität ab. Peglow fordert, die Erkenntnisse aus der Dunkelfeldforschung stärker in die Sicherheitsberichterstattung zu integrieren, um ein umfassenderes Bild der Kriminalitätslage in Deutschland zu erhalten. Eine bundesweite Bevölkerungsbefragung, die Sicherheit und Kriminalität abgefragt, sollte dauerhaft etabliert werden, um echte Sicherheitserfahrungen der Bürger wiederzugeben.
Darüber hinaus wird die Wiederaufnahme und Verstetigung des Periodischen Sicherheitsberichts gefordert, um eine regelmäßige und umfassende Analyse zu gewährleisten. Peglow sieht hier einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Polizeiarbeit und zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls in der Bevölkerung. Er betont, jeder Angriff auf Polizeibeamte ist gleichzeitig ein Angriff auf den Rechtsstaat und müsse entschieden geahndet werden.
Insgesamt ist es für den BDK unerlässlich, dass die Ergebnisse der PKS politische Konsequenzen nach sich ziehen. Notwendige Schritte sind eine zusätzliche Stärkung der Kriminalpolizei, nachhaltige Präventionsansätze bei Kindern und Jugendlichen sowie eine konsequente Bekämpfung von Sexual- und Gewaltdelikten.

