Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge startet ein Lernprojekt für Jugendliche, das sie an historische Gedenkorte führt. Unterstützt von der Bethe-Stiftung und dem Riga-Komitee, sollen Schüler zu Botschaftern der Erinnerung werden.
Bildungsprojekt für junge Menschen
Die Bildungsarbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. bietet Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Lernort Riga, an dem zwischen 1941 und 1942 über 35.000 jüdische Kinder, Frauen und Männer ermordet wurden. Die Gedenkstätte im Wald von Bikernieki, die 2001 vom Deutschen Riga-Komitee errichtet wurde, führt heute Schüler und Interessierte an die authentischen Orte des Geschehens.
Nachhaltige Erinnerung in den Städten
Um das Gedenken an die Opfer lebendig zu halten, sucht der Volksbund 30 engagierte Schülerinnen und Schüler aus den sogenannten „Riga-Städten“. Diese haben die Aufgabe, als Botschafterinnen und Botschafter der Erinnerungskultur in ihren jeweiligen Städten zu fungieren. Im September sind sie eingeladen, die Gedenkorte zu besuchen und sich intensiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Die Bethe-Stiftung hat sich bereit erklärt, die eingehenden Spenden zu verdoppeln, um dieses wichtige Projekt zu unterstützen.
Start der Kampagne und Fördermöglichkeiten
Die Kampagne „Junge Botschafter der Erinnerung gesucht“ wird am 23. April um 12:00 Uhr offiziell gestartet. Interessierte können sich über die Webseite des Riga-Komitees bewerben. Gleichzeitig beginnt eine Crowdfunding-Aktion, um weitere Reisen und Bildungsmaßnahmen zu finanzieren.
Die Bethe-Stiftung sieht in dem Projekt eine wertvolle Idee, um jungen Menschen Verständnis für die Verbrechen des Nationalsozialismus zu vermitteln und sie zur Reflexion über das Erbe des Zweiten Weltkriegs zu ermutigen. Der Besuch der Gedenkstätte in Riga soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch persönliche Betroffenheit erzeugen. Fragen nach der Erinnerungskultur und dem internationalen Frieden stehen im Mittelpunkt des Projekts, welches nicht als trockene Geschichtsstunde gedacht ist.
Das Pressegespräch zur Kampagne beginnt am 23. April um 11:00 Uhr im NS-Dokumentationszentrum in Köln, gefolgt vom offiziellen Start um 12:00 Uhr.

