Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) appelliert an die Bundesregierung, im Rahmen der Beratungen zum Düngegesetz klare Vorgaben zu schaffen. Anlass ist ein Urteil, das die Notwendigkeit eines Nitrataktionsprogramms bestätigt.
Dringender Handlungsbedarf für den Wasserschutz
Berlin – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat anlässlich der Beratungen im Bundeskabinett zum Düngegesetz einen klaren Handlungsaufruf veröffentlicht. Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner betont, dass der Schutz von Trink- und Grundwasser in Deutschland eine zentrale Gemeinwohlaufgabe ist. Die bestehenden Düngeregelungen müssen überprüft und angepasst werden, um der Überdüngung entgegenzuwirken.
„Das Bundesverwaltungsgericht hat der Bundesregierung klare Leitplanken gesetzt. Der Wasserschutz muss Priorität haben“, erklärt Müller-Kraenner. „Andernfalls besteht das Risiko einer fehlenden Rechtssicherheit.“ Eine umfassende Novelle der Düngeverordnung wird gefordert, um der steigenden Nitratbelastung in vielen Regionen Deutschlands entgegenzuwirken.
Notwendigkeit eines Nitrataktionsprogramms
Die DUH hat in einem wegweisenden Urteil vom März 2025 geklärt, dass ein Nitrataktionsprogramm zur Reduzierung der Nitratbelastung notwendig ist. Müller-Kraenner fordert zudem die Einführung einer betrieblichen Bilanzpflicht für Nährstoffe, um eine transparente und einheitliche Überwachung der Düngeregeln zu gewährleisten.
„Ohne eine klare Datenbasis können wir nicht beurteilen, ob die bestehenden Regelungen tatsächlich wirken. Deutschland läuft Gefahr, in ein teures Vertragsverletzungsverfahren der EU verwickelt zu werden“, so der Geschäftsführer weiter.
Mangel an wissenschaftlicher Klarheit
Ein weiteres zentrales Anliegen der DUH ist die Forderung nach mehr Transparenz bezüglich der Methoden und Grundlagen, auf denen die Düngemodelle basieren. Müller-Kraenner kritisiert, dass die Agrarindustrie durch bürokratische Berechnungen Vorteile erhält, während die Nitratwerte in vielen Gebieten weiterhin steigen.
„Wir benötigen einen öffentlichen Zugang zu den Methoden und Modellierungen des Nitratmonitorings“, fordert er. „Nur so können wir das Messen und Erfassen der betrieblichen Nährstoffströme klarstellen.“ Diese Punkte müssen im Rahmen der heutigen Kabinettsberatungen Priorität genießen, um den Wasserschutz in Deutschland ernsthaft voranzubringen.
