Am Tag der Arbeit feierte der DGB mit Hunderten von Kundgebungen im gesamten Bundesgebiet und forderte soziale Gerechtigkeit. Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite!“ stehen die Anliegen der Beschäftigten im Mittelpunkt.
Gute Arbeit und soziale Sicherheit im Fokus
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat am 1. Mai in ganz Deutschland mit Hunderten von Veranstaltungen und Kundgebungen ein klares Zeichen für gute Arbeit und soziale Sicherheit gesetzt. DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi forderte in ihrer Rede in Nürnberg, dass die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Vorrang vor kurzfristigen Renditeinteressen haben müssen. Sie wies darauf hin, dass die Beschäftigten nicht für die aktuelle Krisensituation verantwortlich gemacht werden sollten. „Wir sind nicht das Problem, sondern die Voraussetzung zur Lösung!“, sagte Fahimi.
Kritik an Arbeitgebern und politischen Akteuren
Besonders scharfer Kritik unterzogen die Gewerkschaften die Pläne zur Abschaffung des Acht-Stunden-Tages. Fahimi bezeichnete den Versuch, die arbeitsrechtlichen Schutzbestimmungen zu lockern, als Skandal. Ohne diese Regelungen könnten Arbeitgeber in Zukunft bis zu 13 Stunden Arbeitszeit pro Tag verlangen, was die gesundheitliche Sicherheit der Beschäftigten gefährden würde. Außerdem wies sie auf die hohe gesellschaftliche Verantwortung hin, die Löhne und Sozialkosten zu würdigen und nicht als Standortnachteil darzustellen. „Spitzenleistung gibt es nicht zu Dumpinglöhnen, sondern nur durch eine sozial verantwortliche Marktwirtschaft,“ stellte sie klar.
Aufruf zur aktiven Industriepolitik und Bildungsgerechtigkeit
Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack betonte in Helmstedt die Notwendigkeit von Bildungsgerechtigkeit. Sie forderte, dass Bildung von der Kita bis zur Hochschule inklusiv und gebührenfrei sein muss. Diese Forderung ist auch vor dem Hintergrund alarmierender Statistiken wichtig: Rund 2,7 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren haben keinen Berufsabschluss. Die DGB-Vize rief die Bundesregierung dazu auf, mehr in die Ausbildung zu investieren und Strukturmaßnahmen zu ergreifen, um auf die sinkende Zahl an Ausbildungsplätzen zu reagieren. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell schloss sich dem Aufruf an und wandte sich mit Nachdruck an die Politik. Er forderte ein gerechtes Mobilitätsgeld sowie eine Übergewinnsteuer für Energiekonzerne, um den steigenden Energiepreisen entgegenzuwirken. „Energieunabhängigkeit ist zentral für unsere Souveränität,“ betonte Körzell, der zudem Local-Content-Regelungen anmahnte, um die industrielle Basis in Deutschland zu stärken.

