Das Bundesgesundheitsministerium prognostiziert ein Defizit von sechs Milliarden Euro in der sozialen Pflegeversicherung. Der PKV-Verband legt ein drei Säulen umfassendes Reformpaket vor, um die Pflegefinanzierung zukunftssicher zu gestalten.
Stabilitätspakt für die Pflegefinanzierung
Angesichts der steigenden Kosten in der Pflegeversicherung fordert der PKV-Verband eine Reform, die die Beitragssätze stabilisieren soll. Die Ausgaben dürfen nicht schneller als die Einnahmen wachsen. Ein zentraler Punkt ist die Reduzierung der Zuschläge zu den Eigenanteilen in Pflegeheimen, die jährlich acht Milliarden Euro kosten und hauptsächlich jüngere Beitragszahler belasten. Stattdessen plädiert der Verband für die Förderung von Eigenverantwortung und einer kapitalgedeckten privaten Pflegevorsorge durch steuerliche Anreize.
Effiziente Ressourcennutzung für bessere Versorgung
Die Leistungsfähigkeit der Pflegeversicherung muss neu justiert werden, um Bedürftigen gezielt zu helfen. Das geplante Sofortprogramm sieht vor, das Begutachtungsinstrument zu überarbeiten und stärker auf präventive Maßnahmen zu setzen. Ein flexibles Pflegebudget und eine neue Ausrichtung des Pflegegrads 1 könnten Einsparungen von bis zu fünf Milliarden Euro ermöglichen, während gleichzeitig die ambulante Pflege gestärkt wird.
Prävention als Schlüssel zur Entlastung
Der PKV-Verband hebt die Bedeutung von Prävention hervor, um Pflegebedürftigkeit frühzeitig zu verhindern. Der Vorschlag beinhaltet, Gesundheitsförderung und präventive Angebote in die Pflegeversicherung zu integrieren. Maßnahmen wie Beratungsangebote und Pflegekurse sollen dazu beitragen, die Entstehung von Pflegebedürftigkeit zu verzögern und das bestehende Versorgungssystem zu entlasten.

