Münster. Christi Himmelfahrt ist statistisch der Tag mit den meisten Alkoholunfällen im Jahr – deutlich mehr als an jedem anderen Tag. Laut Verkehrsunfallkalender des Statistischen Bundesamtes wurden 2023 bundesweit 340 Unfälle unter Alkoholeinfluss registriert, 2024 waren es 289. Zum Vergleich: Im Jahresdurchschnitt liegt die Zahl bei unter 100 Alkoholunfällen pro Tag.
Die Deutsche Verkehrswacht (DVW) appelliert deshalb mit klaren Worten: „Sturzbetrunken aufs Rad steigen, klingt für viele nach einer dummen Idee – außer an Vatertag“, sagt DVW-Präsidentin Kirsten Lühmann. Ihr Rat: erst fahren, dann feiern.
Auch nüchterne Fahrer müssen aufpassen
Wer am Vatertag mit dem Auto unterwegs ist, sollte besonders vorsichtig sein. Alkoholisierte Radfahrerinnen und Radfahrer können plötzlich ausscheren, unsicher lenken oder stürzen. Die DVW empfiehlt, die Geschwindigkeit deutlich zu reduzieren und Überholmanöver nur mit ausreichend Abstand und freier Sicht durchzuführen.
DVW fordert Promillegrenze fürs Fahrrad
Bisher werden Radfahrende erst ab 1,6 Promille strafrechtlich belangt – sofern keine Ausfallerscheinungen vorliegen. Die DVW fordert eine neue Regelung: Ab 1,1 Promille soll Radfahren als Ordnungswidrigkeit gelten. „Betrunken Radfahren ist keine Ordnungswidrigkeit, und so denken viele, dass das völlig in Ordnung ist. Das müssen wir ändern“, so Lühmann.

