Am 27. Mai 2026 fand im Wöhlehof in Spelle eine Informationsveranstaltung der Grünen Emsland statt. Über 80 Bürgerinnen und Bürger diskutierten die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken und deren Bedeutung für die Region.
Diskussion über Bahnverbindungen
Die Informationsveranstaltung des Kreisverbands Emsland von Bündnis 90/Die Grünen zog mehr als 80 interessierte Bürger an. Michael Steffens, Kreisrat des Landkreises Emsland, und Matthias Sils, Samtgemeindebürgermeister von Spelle, erläuterten den aktuellen Stand der Planungen für die Strecken Rheine–Spelle und Meppen–Essen. Auch Joachim Berends, Vorstandsvorsitzender der Bentheimer Eisenbahn AG, war anwesend, um über erfolgreiche Reaktivierungsprojekte zu berichten.
Aktueller Planungsstand und Herausforderungen
Steffens stellte dar, dass das Land Niedersachsen die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken aktiv verfolgt. Die Strecke von Rheine nach Spelle zeigt Potenzial für die nächste Prüfphase, während die Verbindung Meppen–Essen aufgrund wirtschaftlicher Herausforderungen skeptischer bewertet wird. Der Landkreis Emsland bleibt jedoch optimistisch und setzt sich intensiv für die Reaktivierung dieser Strecke ein.
Sils hob die Bedeutung einer zuverlässigen Schienenanbindung für die Region hervor: „Die demografische Entwicklung in Spelle erfordert dringend eine verbesserte Verkehrsanbindung, insbesondere für Fachkräfte und im Güterverkehr.“ Er warnte jedoch vor zu hohen Erwartungen: Eine Inbetriebnahme sei frühestens in einigen Jahren realistisch.
Erfahrungen aus der Praxis und Forderungen
Joachim Berends informierte über erfolgreiche Reaktivierungsprojekte und betonte die Notwendigkeit beharrlicher Anstrengungen: „Um nachhaltige Erfolge zu erreichen, müssen alle Beteiligten am Ball bleiben.“ Im Publikum wurden Fragen zur Taktung und zu möglichen Lärmbelastungen aufgeworfen. Der rege Austausch verdeutlichte das große Interesse an einer besseren Schienenanbindung.
Die Referenten waren sich einig, dass eine Reform der Planungsprozesse und eine Reduzierung bürokratischer Hürden entscheidend für den Erfolg sei. Eine enge Kooperation mit Bundes- und Landespolitik wurde als notwendig erachtet, um die Vorhaben voranzutreiben.
Am Ende der Veranstaltung zog Theresa Gothe, Co-Sprecherin der Grünen Emsland, ein positives Fazit. Sie betonte, dass die Reaktivierung kein Selbstläufer sei, aber mit Klarheit und Zusammenarbeit bewältigt werden könne. Die Schienenanbindung bleibe ein zentraler Aspekt für die Förderung der klimafreundlichen Mobilität in der Region.

