Im Dezember 2026 kehrt der Personenverkehr auf die Bahnstrecke zwischen Coevorden und Neuenhaus zurück. Anlässlich der Wiedereröffnung lädt das Eisenbahntheater „Das Letzte Kleinod“ zur Mitgestaltung des ortsspezifischen Projekts CORRIDOR ein, das regionale Geschichten auf die Schienen bringt.
Die Bahnstrecke als kulturelle Bühne
Das international renommierte Eisenbahntheater „Das Letzte Kleinod“ nutzt für das Projekt CORRIDOR seinen einzigartigen „Ozeanblauen Zug“. Dieser umfasst zwölf historische Waggons, die als Bühne, Atelier und mobile Werkstatt fungieren. Die Bad Bentheimer Eisenbahn stellt die benötigte Lokomotive zur Verfügung, um die Waggons an den jeweiligen Spielorten zu transportieren.
Im Dezember 2026 fährt das Publikum mit den neuen regulären Zügen entlang der Strecke. An verschiedenen Haltepunkten werden markante Architektur, Industrieanlagen und natürliche Landschaften von Schauspielerinnen und Schauspielern sowie lokalen Mitwirkenden lebendig gemacht. Ein Stationentheater, das die Vergangenheit und Gegenwart der Grenzregion unterhaltsam erlebbar macht.
Interaktive Geschichten sammeln
In den kommenden Monaten wird das Ensemble entlang der Bahnlinie reisen und Geschichten von Bewohnerinnen und Bewohnern, Vereinen und lokalen Kulturschaffenden sammeln. Daraus entsteht eine innovative zweisprachige Inszenierung, bei der deutsche und niederländische Darstellerinnen und Darsteller gemeinsam auftreten.
„CORRIDOR lebt durch die Menschen unserer Grenzregion“, sagt die Kulturmanagerin des Landkreises Grafschaft Bentheim. „Die vielfältige Beteiligung macht das Projekt so einzigartig.“ Im August 2026 wird der Autorenwagen des Ozeanblauen Zuges auf verschiedenen Gleisen zwischen Coevorden und Neuenhaus stationiert, um Interviews zu führen und Theatertexte zu entwickeln, die Erinnerungen und Geschichten der Region aufgreifen.
Ein öffentliches Familienalbum
Während der Aufführungswoche im Dezember 2026 werden bis zu sechs Orte entlang der Strecke mit spektakulären Lichtinstallationen in Szene gesetzt. Private Fotografien der Bahnlinie werden auf Fassaden projiziert und bilden so ein öffentliches Familienalbum der Strecke. Schauspielerinnen und Schauspieler setzen die gesammelten Geschichten an den originalen Schauplätzen in Szene.
Ein Projektchor wird musikalische Beiträge leisten, während Bürgerinnen und Bürger als Darstellerinnen und Darsteller in das Theaterstück integriert werden. Zugleich stellen lokale Unternehmen Produkte und Materialien zur Verfügung und gewähren Einblicke in ihre Archive.
„Die Reaktivierung der Bahnstrecke verbindet nicht nur Orte, sondern auch Menschen“ erklärt die Kreisrätin des Landkreises Grafschaft Bentheim. „Mit CORRIDOR machen wir die gemeinsame Geschichte unserer Grenzregion erlebbar“. Das Projekt fördert eine kulturelle Identität und bringt historische wie gesellschaftliche Elemente der deutsch-niederländischen Grenzregion zusammen.
Für das Projekt CORRIDOR sind noch Mitwirkende gesucht, die ihre Erlebnisse oder Vorstellungen von der Bahnstrecke teilen möchten. Interessierte ab 14 Jahren können sich für Interviews und Rollen im Stück vom 17. bis 28. August 2026 melden. Proben beginnen ab dem 16. November, die Aufführungen finden vom 13. bis 19. Dezember statt. Ansprechpartnerin ist Juliane Lenssen, erreichbar unter [email protected] oder telefonisch unter 0175 5100681.


