Das Landgericht Osnabrück hat die Terminvorschau für drei Wochen im Juli 2026 veröffentlicht. Neben verschiedenen Berufungsverfahren stehen schwerwiegende Straftaten im Fokus, darunter bewaffneter Raub und sexualisierte Gewalt.
Bewaffneter Raub in Papenburg
In der ersten Juli-Woche wird die 12. Große Strafkammer ein Verfahren gegen einen 38-jährigen Angeklagten verhandeln. Dieser soll im Dezember 2025 ein Geschäft in Papenburg betreten haben, um unter Vorhalt einer Pistole Geld von einer Mitarbeiterin zu fordern. Für den 15. Juli sind sieben Zeugen geladen, um die Vorwürfe zu beleuchten.
Familienstreit führt zu versuchtem Totschlag
Am 8. Juli beginnt vor der 6. Großen Strafkammer ein Verfahren gegen drei Männer im Alter von 27 bis 38 Jahren. Sie stehen wegen versuchten Totschlags in einem Familienstreit vor Gericht. Den Anklägern zufolge sollen die Männer im Januar 2026 einem Mann aufgelauert und ihn mit einem Messer schwer verletzt haben. Der Prozess wird mehrere Fortsetzungstermine bis September haben.
Sexueller Missbrauch in der Grafschaft Bentheim
Ein weiteres bedeutendes Verfahren wird am 10. Juli vor der 18. Großen Jugendkammer eröffnet. Ein 34-jähriger Mann aus der Grafschaft Bentheim ist wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen sowie weiteren Straftaten aus den Jahren 2020 bis 2022 angeklagt. Dieses Verfahren wird ebenfalls bis August andauern.
Betrugsfall aus Meppen
Die 15. Große Strafkammer behandelt in der Woche vom 13. bis 17. Juli einen Betrugsfall, dem ein 32-jähriger Angeklagter aus Meppen zugrunde liegt. Ihm wird vorgeworfen, über Internetplattformen in 34 Fällen Waren verkauft, das Geld jedoch behalten zu haben, ohne die Produkte zu liefern. Der Schaden beläuft sich auf über 11.400 Euro.
Zwei Vergewaltigungsvorwürfe im Landkreis Osnabrück
In der dritten Juli-Woche stehen zwei Verfahren wegen Vergewaltigung an. Ein 40-jähriger Mann soll in einem Waldstück eine minderjährige Person vergewaltigt haben, während ein 57-Jähriger angeklagt ist, eine Frau in seiner Wohnung über einen Chatroom vergewaltigt zu haben. Beide Verfahren werden für die kommenden Wochen angesetzt.
Vergewaltigung in Haselünne
Am 17. Juli wird die 15. Große Strafkammer einen weiteren Vergewaltigungsfall verhandeln. Hier wird einem 26-jährigen Mann aus dem Emsland vorgeworfen, im August 2025 eine Frau in Haselünne missbraucht zu haben. Der Prozess wird bis in den August fortgesetzt.
Drogenhandel und Bandenbetrug
In der Woche vom 20. bis 24. Juli stehen einige Berufungsverfahren im Vordergrund. So wird eine 24-jährige Frau wegen versuchten gewerbsmäßigen Bandenbetrugs angeklagt. Zudem muss ein 52-jähriger Mann für den Handel mit Betäubungsmitteln in mehr als 100 Fällen geradestehen, wobei ein Beschlagnahmebetrag von über 30.000 Euro im Raum steht.
Vielfalt an Berufungsverfahren
Neben den genannten Verfahren werden die Kleinen Strafkammern in den drei Juliwochen viele Berufungen behandeln, die von Diebstahl bis zu Verkehrsdelikten reichen. Die Angeklagten stammen aus verschiedenen Orten, unter anderem Osnabrück, Bremen und Lingen.
Das Landgericht Osnabrück weist darauf hin, dass sich Gerichtstermine kurzfristig ändern können.

