EM in Paris: Alle DSV-Starts im Beckenschwimmen

Anzeige

Schwimm-EM in Paris: In welchem Rennen Olympiasieger Lukas Märtens eine offene Rechnung begleichen will

In der zweiten Woche geht es so richtig rund bei den Schwimm-Europameisterschaften in Paris (FRA). Denn ab kommenden Montag (10. August) werden 47 Medaillensätze beim Beckenschwimmen im Centre Aquatique Olympique vergeben, also die Mehrheit bei 80 EM-Entscheidungen insgesamt. Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) schickt nach den gesundheitsbedingten Absagen von Leonie Märtens, Jeremias Pock, Martin Wrede und Vincent Passek nun ein 36-köpfiges Team in den Pool, nur eine einzige Disziplin (50m Rücken der Frauen) findet ohne deutsche Beteiligung statt.

Weltmeisterin Anna Elendt, die Olympiadritte Isabel Gose oder auch Ex-Weltmeisterin Angelina Köhler reisen ebenso mit Medaillenhoffnungen nach Frankreich wie Titelverteidiger Melvin Imoudu oder Shootingstar Johannes Liebmann. Gold gleich im ersten Rennen hatte bei Olympia 2024 und auch bei der WM 2025 jeweils Lukas Märtens gewonnen, wiederholen lässt sich dieser Stimmungskracher diesmal aber so nicht für den Magdeburger. Seine Weltrekordstrecke 400m Freistil ist wie schon beim EM-Sieg 2022 in Rom (ITA) erst am allerletzten Tag dran. „Da müssen diesmal andere ran“, meinte Märtens dazu.

Lukas Märtens will es diesmal auch im 200m-Rennen wissen

Er selbst muss also Geduld beweisen. Und hungrig bleiben. Letzteres bereitet Märtens kein Problem. „Ich bin noch lange nicht satt. Vielleicht bin ich etwas gelassener geworden, da ich die wichtigsten Rennen nun bereits gewonnen habe. Das ändert aber nichts daran, dass ich weiterhin ganz oben stehen will. Auf jeden Fall trainiere ich nach wie vor genauso hart und mit derselben Disziplin“, so Märtens. Ganz nebenbei wäre er bei einem Erfolg in Paris erstmals alles gleichzeitig: Olympiasieger, Weltmeister, Europameister und Weltrekordler.

Der Magdeburger dosiert bei diesen Titelkämpfen sein Programm etwas anders als zuletzt. Märtens schwimmt am ersten Tag die 4x200m Freistilstaffel. Und danach ziemlich ausgeruht auch das Einzelrennen über 200m Freistil. „Damit habe ich noch eine Rechnung offen. Und auch noch keine internationale Medaille auf dieser Strecke, dafür wird es langsam Zeit“, erklärte er. Und meint damit das Olympiafinale von Paris, wo er eine bessere Endplatzierung als Rang fünf durch eine etwas zu offensive Renneinteilung verspielte. Das 400m-Goldrennen und der Rummel danach steckten ihm damals allerdings noch schwer in den Knochen.

Harter Konkurrenzkampf innerhalb des Teams in zwölf Vorläufen

Aus dem harten Konkurrenzkampf auf den beiden Langstreckenrennen über 800m und 1500m Freistil hält sich Märtens damit diesmal raus. Über 800m Freistil hatte sein Vereinskollege Johannes Liebmann die Schwimmwelt im Frühjahr mit einem Europarekord erstaunt. Das Vorlauf-Duell bei der EM – wo vier Starter pro Nation erlaubt sind, aber nur maximal zwei von ihnen ins Halbfinale oder Finale dürfen – erspart sich Märtens ganz bewusst. Als Fingerzeig für 2028 sollten das Liebmann oder auch der WM-Zweite Sven Schwarz allerdings nicht sehen. Insgesamt hat das DSV-Team in zwölf Disziplinen mehr als zwei Aktive gemeldet.

Insbesondere Vereinskollege Liebmann gönnt Märtens eine erfolgreiche EM-Premiere in den kommenden Tagen aber halt auch besonders. Beide verstehen sich nämlich bestens. „Aber Johannes ist halt auch erst 19. Man darf nicht erwarten, dass er bei der EM nun gleich drei Medaillen holt und auch im Freiwasser gewinnt. Er fängt gerade erst von unten an. Und das sollte man von außen auch so sehen“, so Märtens.

Das DSV-Team bei der EM in Paris

Frauen: Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin), Julianna Dora Bocska, Nina Sandrine Jazy (beide SG Essen), Isabel Gose, Nina Holt, Linda Roth, Maya Werner, Nicole Maier (SC Wiesbaden 1911), Anna Elendt (SG Frankfurt), Lise Seidel, Yara Fay Riefstahl (beide SC Chemnitz), Noelle Benkler, Lena Ludwig (beide SV Nikar Heidelberg), Maya Tobehn (Dresdner SC)

Männer: Ole Braunschweig, Kaii Liam Winker, Luca Nik Armbruster (alle SG Neukölln Berlin), Lukas Märtens, Johannes Liebmann (beide SC Magdeburg), Melvin Imoudu, Jan Malte Gräfe, Ole Mats Eidam (alle Potsdamer SV), Fritz Dietz, Oliver Klemet (beide SG Frankfurt), Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover), Cedric Büssing, Finn Hammer, Julian Koch (alle SG Essen), Jarno Bäschnitt, Lucas Matzerath (beide Team Bochum), Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg), Timo Sorgius (SC Wiesbaden 1911), Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV), Björn Kammann (AMTV-WTB Hamburg), Subäjr Biltaev (SV Cannstatt), Mathis Schönung (SG EWR-Rheinhessen Mainz).

Weiterlesen

Jetzt den kostenlosen Regionalupdate-Newsletter abonnieren.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel