Die Stadt Osnabrück hat am 13. August im Friedenssaal das 100-jährige Bestehen des Freiraumsystems gefeiert. Im Rahmen des Festakts wurde die neue Grüne-Finger-Charta vorgestellt, die das Ziel hat, die charakteristischen Grünkorridore der Stadt nachhaltig zu sichern.
Ein Meilenstein für die Stadtentwicklung
Oberbürgermeisterin Katharina Pötter eröffnete den Festakt vor rund 70 Gästen mit einer klaren Botschaft: „Diese Charta ist mehr als ein Dokument; sie repräsentiert ein neues Verständnis von Stadtentwicklung.“ Die Grüne-Finger-Charta, die vom Rat der Stadt Osnabrück beschlossen wurde, dient als Selbstverpflichtung, die 13 charakteristischen Grünkorridore der Stadt dauerhaft zu schützen und weiterzuentwickeln.
Pötter betonte, dass der zukünftige Maßstab für Stadtplanung der Erhalt und die Förderung von Natur- und Erholungsräumen sei. „Die zusammenhängenden Freiflächen sind das Rückgrat für ein zukunftsfähiges Osnabrück und essenziell für das Stadtklima,“ so die Oberbürgermeisterin.
Wissenschaftliche Perspektiven zur Freiraumgestaltung
Die Präsentation der Charta wurde von einem Dialog über die Zukunft des Freiraumsystems begleitet. Miriam Bücker von der Stabsstelle Klimaanpassung erläuterte die Inhalte und Ziele der neuen Charta. Der Landschaftsarchitekt Bart Brands berichtete von einer Radtour durch die Grünen Finger und stellte fest: „Die Temperatur dort war acht Grad niedriger als am Bahnhof. Die Grünen Finger sind die Klimaanlage der Stadt Osnabrück.“ Brands betonte, dass die Charta keine Pläne, sondern eine Haltung darstelle, mit der nun die Arbeit beginnen müsse.
Elisabeth Oberzaucher von der Universität Wien plädierte dafür, das Naturkapital der Stadt in den Fokus der kommunikativen Anstrengungen zu rücken: „Es geht darum, dass die Menschen spüren, was für ein Kapital diese Stadt hat.“ Sie appellierte an die gesamte Stadtgesellschaft, aktiv an der Umsetzung der Charta mitzuwirken.
Dialog mit der Stadtgesellschaft
Die Anwesenden, darunter viele Ratsmitglieder, hatten die Gelegenheit, eigene Fragen und Ideen in die Diskussion einzubringen. Das Festakt wurde musikalisch vom Osnabrücker WunderhornQuartett umrahmt und bot somit Raum für persönlichen Austausch.
Das Freiraumsystem der Grünen Finger wurde maßgeblich von Stadtbaurat Senator Friedrich Lehmann konzipiert, dessen Ideen aus den 1920er Jahren bis heute das Stadtbild prägen. Die neue Charta basiert auf Ergebnissen eines Forschungsprojekts der Hochschule Osnabrück und legt klare Prinzipien für den Erhalt und die Weiterentwicklung dieser wichtigen Flächen fest. Weitere Informationen zur Grünen-Finger-Charta sind auf der Website der Stadt Osnabrück verfügbar.

