Beschäftigte auf einer Baustelle – Symbolbild für Ausbildungsberufe am Bau

Ohne Abschluss arbeitslos: Warum 64 Prozent eine alarmierende Zahl sind

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Emsland. Eine Zahl der Arbeitsagentur sticht heraus: 64 Prozent der Arbeitslosen unter 25 Jahren im Landkreis Emsland haben keinen Berufsabschluss. Fast zwei Drittel also – und das in einer Region, in der derzeit rund 1.660 Ausbildungsplätze unbesetzt sind. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt nimmt das zum Anlass, für einen späten Einstieg in die Ausbildung zu werben.

Der Zusammenhang ist deutlicher, als er auf den ersten Blick wirkt. Wer jung und ohne Abschluss arbeitslos wird, hat kaum Puffer: Ungelernte Tätigkeiten fallen in Krisen zuerst weg, und die Rückkehr in eine Ausbildung wird mit jedem Jahr schwerer, in dem Miete und Verpflichtungen dazukommen. Die Ausbildungsvergütung liegt deutlich unter dem, was ungelernte Arbeit einbringt – wer sich einmal daran gewöhnt hat, kommt schwer zurück.

Das Angebot ist da

An fehlenden Plätzen liegt es nicht. Allein im Baugewerbe des Landkreises sind nach Angaben der IG BAU noch 185 Ausbildungsplätze frei, dazu kommen 23 bei Malern und Lackierern, 22 im Garten- und Landschaftsbau und 6 bei Dachdeckern. Die übrigen rund 1.400 verteilen sich über alle anderen Branchen.

Und der Zug ist noch nicht abgefahren: „Jetzt im August und September starten die Ausbildungen. Aber selbst im Oktober stellen Ausbildungsbetriebe noch ein“, sagt Herbert Hilberink, Vorsitzender der IG BAU Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim.

Ein Problem, das über den Kreis hinausreicht

In ganz Niedersachsen haben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 259.000 junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren weder eine abgeschlossene Berufsausbildung noch einen Ausbildungsplatz. Bundesweit sind 10,0 Prozent der 20- bis 24-Jährigen weder in Ausbildung noch in Beschäftigung – ein Wert, der seit Jahren steigt.

Der Rat der Gewerkschaft: nachfragen, auch ohne Ausschreibung

Hilberink empfiehlt, direkt auf Betriebe zuzugehen: „Wer direkt nachfragt, holt oft auch etwas für sich heraus – ein Praktikum, vielleicht aber auch einen Ausbildungsplatz.“ Als Gewerkschaft rät die IG BAU dabei zu Betrieben mit Tarifvertrag und weist neben dem Beruf selbst auf zwei Kriterien hin: die Ausbildungsqualität und die Frage, welche Perspektive der Betrieb nach dem Abschluss bietet.

Für die Orientierung verweist die Gewerkschaft auf die Jugendberufsagentur unter servicestelle-jba.de und auf die Beratung der Arbeitsagentur unter arbeitsagentur.de/bildung.

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