Der Historiker und Publizist Götz Aly ist am Dienstag, 15. September, zu Gast in Neuenhaus. Um 19 Uhr spricht er im Lise-Meitner-Gymnasium unter dem Titel „Wie konnte das geschehen?“ darüber, warum so viele Deutsche das NS-Regime unterstützten und sich aktiv, gefügig oder schweigend an Krieg, Terror und Massenverbrechen beteiligten. Veranstaltet wird der Abend vom Förderverein Günter Frank Haus in Kooperation mit dem Kulturmanagement des Landkreises Grafschaft Bentheim, der Eintritt ist frei.
Neue Studie zu den Mechanismen der NS-Zeit
Aly gilt als einer der bekanntesten deutschen Autoren zur Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust. In seiner im vergangenen Jahr erschienenen Studie „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945″ untersucht er die politischen, sozialen und psychologischen Mechanismen, die den Aufstieg der NSDAP und die breite gesellschaftliche Beteiligung am NS-System ermöglichten. Ausgangspunkt ist die Krise der frühen 1930er Jahre: 1932 wurde die NSDAP stärkste Partei, übernahm kurz darauf die Macht und konnte auf wachsende Zustimmung in der Bevölkerung bauen. Rund 18 Millionen Soldaten zogen später in den Krieg, Hunderttausende beteiligten sich an Massenverbrechen.
Von der „Volksgemeinschaft“ zur „Verbrechensgemeinschaft“
Aly beschreibt, wie die Nationalsozialisten Aufstieg und Wohlstand versprachen und die Bevölkerung zugleich in ständiger Bewegung hielten, ohne Raum für kritische Distanz zu lassen. Mit schwindendem Glauben an den Sieg habe sich die propagierte „Volksgemeinschaft“ zunehmend zu einer „Verbrechensgemeinschaft“ gewandelt. Die Angst vor den Folgen einer Niederlage sei dabei bewusst geschürt worden.
Anmeldung bis 13. September erforderlich
Einlass ist ab 18:30 Uhr, der Vortrag im Lise-Meitner-Gymnasium (Bosthorst 10, Neuenhaus) dauert rund zwei Stunden. Im Anschluss ist ein Gespräch mit dem Autor möglich. Wegen begrenzter Platzzahl ist eine Anmeldung bis zum 13. September erforderlich, Plätze lassen sich online über die Internetseite des Landkreises reservieren.

