Volkswagen will das Werk in Osnabrück offenbar komplett aufgeben. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, sollen das Land Niedersachsen und der Münchner Finanzinvestor Aurelius den Standort übernehmen und dort dem israelischen Rüstungskonzern Rafael Advanced Defense Systems die Produktion ermöglichen.
Vom Cabrio-Werk zum Rüstungsstandort
Am Standort, wo aktuell noch das T-Roc Cabriolet vom Band läuft, sollen laut Bericht künftig schwere Militärfahrzeuge, Abschussvorrichtungen, Generatoren und Komponenten für das israelische Luftabwehrsystem Iron Dome entstehen. Die eigentlichen Abfangraketen sollen nach bisherigem Kenntnisstand nicht in Osnabrück gefertigt werden. Am Standort arbeiten aktuell rund 2.000 Beschäftigte.
Warum VW selbst aussteigt, statt zu kooperieren
Eine direkte Zusammenarbeit zwischen Volkswagen und Rafael war intern schon länger im Gespräch, ließ sich aber bislang nicht umsetzen: Der VW-Großaktionär Katar, der über die Qatar Investment Authority rund 17 Prozent der Stimmrechte hält und damit hinter der Porsche SE und dem Land Niedersachsen als drittgrößter Anteilseigner gilt, hatte eine Zusammenarbeit mit dem israelischen Rüstungsunternehmen bislang blockiert. Gibt VW den Standort komplett auf, liefe dieses Veto ins Leere, weil Niedersachsen und Aurelius als neue Eigentümer nicht an das Mitspracherecht Katars gebunden wären.
Was noch offen ist
Volkswagen selbst hat die Pläne bislang nicht bestätigt, ein Unternehmenssprecher spricht von einer noch nicht getroffenen Entscheidung. Eine offizielle Ankündigung wird für den heutigen Montag erwartet: Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies soll dafür nach Osnabrück reisen.

