Am Sonntag, 13. September, öffnen zum bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ auch in Coesfeld drei besondere Orte ihre Türen: das Eisenbahnmuseum Alter Bahnhof Lette (Bahnhofsallee 47) von 11 bis 17 Uhr mit Führungen durch den Bahnhof, die Bischofsmühle (Bischofsmühle 10) von 11 bis 16 Uhr mit Kurzführungen um 11:30, 13 und 14:30 Uhr, sowie das Stadtmuseum DAS TOR (Mühlenplatz 3) von 14 bis 17 Uhr mit einer Überblicksführung um 14:30 Uhr. Eine Übersicht aller offenen Denkmale im Kreis Coesfeld gibt es auf der Website des Kreises.
Eisenbahnmuseum mit historischem Stellwerk

Das Eisenbahnmuseum im ehemaligen Empfangsgebäude des Bahnhofs Lette zeigt auf rund 200 Quadratmetern einen Querschnitt der Eisenbahngeschichte im Westmünsterland, darunter ein funktionsfähiges mechanisches Stellwerk. Das gesamte Bahnhofsareal an der internationalen Strecke Dortmund–Coesfeld–Gronau–Enschede steht seit 1990 unter Denkmalschutz. Zu sehen sind unter anderem eine Modelleisenbahnanlage mit Nachbau des Bahnhofs Lette sowie im Museumsgarten historische Signale und die Original-Schornsteine zweier preußischer Dampflokomotiven.
Bischofsmühle: vom Mahlwerk zum Wasserkraftwerk

Die Geschichte der Bischofsmühle reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, als sie dem Bischof von Münster gehörte. Über Jahrhunderte war sie durch den Mühlenzwang ein zentraler Treffpunkt für Handel und Austausch in der Region. 1905 erwarb sie die Familie Seesing, in deren Besitz sich Mühle und Anwesen bis heute befinden. Seit 1984 steht die Bischofsmühle unter Denkmalschutz, die Sanierung des historischen Mahlwerks wurde 2009 abgeschlossen. Gemahlen wird dort heute nicht mehr, die Wasserkraft liefert stattdessen Strom für die umliegenden Haushalte.
Stadtmuseum DAS TOR im letzten erhaltenen Stadttor
Das Walkenbrückentor, urkundlich erstmals 1339 erwähnt, ist das letzte der ursprünglich fünf mittelalterlichen Stadttore Coesfelds. Während große Teile der Stadtmauer im Siebenjährigen Krieg zerstört wurden, blieb es erhalten und diente bis ins 20. Jahrhundert zeitweise als Gefängnis. Nach Kriegsschäden und Wiederaufbau wird es seit den 1980er-Jahren als Museum genutzt, seit 2012 als Stadtmuseum DAS TOR.
Bundesweite Aktion seit 1993
Der Tag des offenen Denkmals wurde 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ins Leben gerufen. Beteiligten sich damals bundesweit rund 3.500 Denkmale, sind es inzwischen etwa 7.500 Denkmale in mehr als 2.700 Kommunen. Ziel des Aktionstags ist es, das baukulturelle Erbe erlebbar zu machen, weshalb an diesem Tag auch sonst nicht zugängliche Orte geöffnet werden.

