Der neue Cloppenburger Stadtrat tritt künftig mit weniger Mitgliedern zusammen als bisher. Grund ist, dass die AfD zwar neun Sitze erhielt, mangels ausreichender Kandidatenzahl aber nur fünf davon besetzen kann. Die endgültigen Ergebnisse der Kommunalwahl wurden in der Nacht nach 3 Uhr festgestellt, die amtliche Bestätigung folgt am Mittwoch.
Wahlbeteiligung und Auszählung bis in die Nacht
Die Auszählung der Stimmen für den neuen Cloppenburger Stadtrat zog sich bis in die frühen Morgenstunden hin. Nachdem zunächst die Ergebnisse für Landrat und Bürgermeister feststanden, folgten Kreistag und schließlich die Ratswahl. Gegen 3 Uhr waren alle 29 Wahlbezirke ausgezählt, hinzu kamen 3.791 per Briefwahl abgegebene Stimmen, die im Rathaus ausgewertet wurden.
Insgesamt gaben 15.501 der 27.133 Wahlberechtigten ihre Stimme ab, was einer Wahlbeteiligung von 57,13 Prozent entspricht. 283 Stimmzettel waren ungültig. Auf der Wahlparty im Kulturbahnhof verfolgten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die eintreffenden Ergebnisse. Die amtliche Bestätigung der Zahlen soll am Mittwoch erfolgen, wenn der Wahlausschuss die Daten offiziell prüft.
CDU verliert Sitze, AfD kann Mandate nicht besetzen
Die CDU bleibt mit nun 13 Sitzen stärkste Fraktion im Rat, muss aber ein Minus von drei Mandaten hinnehmen. Auch die SPD verliert zwei Sitze und kommt künftig auf sieben Vertreter. Grüne (vier Sitze) und FDP (zwei Sitze) halten ihre bisherige Stärke. Die Linke, das Bündnis Sahra Wagenknecht und der Einzelbewerber Wolfgang Brinkmann ziehen jeweils mit einem Mandat in den Rat ein.
Deutlich zulegen konnte die AfD: Statt bisher zwei stünden ihr nun rechnerisch neun Sitze zu. Da die Partei jedoch nur fünf Kandidatinnen und Kandidaten aufgestellt hatte, verfallen vier der gewonnenen Mandate. Dadurch schrumpft der gesamte Stadtrat von bisher 38 auf künftig 34 Mitglieder plus Bürgermeister.
Konstituierende Sitzung im November
Der neue Rat kommt am Montag, 2. November 2026, zur konstituierenden Sitzung zusammen. Wegen der reduzierten Mitgliederzahl reicht künftig bei Abstimmungen eine Mehrheit von 18 Stimmen, sofern alle Mitglieder anwesend sind. Zu den direkt gewählten Ratsmitgliedern zählen unter anderem CDU-Spitzenkandidat Prof. Dr. Marco Beeken mit 1.783 Stimmen und SPD-Kandidat Jan Oskar Höffmann, der mit 2.000 Stimmen das beste Einzelergebnis aller Bewerber erzielte. Auch AfD-Kandidat Sven Horst Sager sicherte sich mit 1.452 Stimmen ein Direktmandat.
Die vollständigen Ergebnisse aller Wahlbezirke sowie die detaillierte Sitzverteilung können über den Votemanager der Stadt Cloppenburg eingesehen werden.

