Die Großhandelspreise in Deutschland sind im August 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,8 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Damit beschleunigt sich der Preisanstieg im Großhandel weiter deutlich.
Preisanstieg beschleunigt sich seit Monaten
Die Verkaufspreise im Großhandel lagen im August 2026 um 6,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Juli 2026 hatte die Jahresveränderungsrate noch bei 5,3 Prozent gelegen, im Juni 2026 bei 4,9 Prozent. Der Trend zeigt seit dem Frühsommer eine klare Aufwärtsbewegung. Einen höheren Preisanstieg als im August 2026 registrierte das Statistische Bundesamt zuletzt im Februar 2023, als die Großhandelspreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,5 Prozent zulegten.
Im Vergleich zum Vormonat Juli 2026 stiegen die Großhandelspreise um 0,9 Prozent. Auch dieser Wert deutet auf eine anhaltende Dynamik bei den Preisen hin, die Unternehmen entlang der Lieferkette zahlen müssen.
Kriegshandlungen im Nahen Osten als Preistreiber
Als Hauptgrund für den erneuten Preisschub nennt Destatis die anhaltenden Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten. Die geopolitischen Spannungen wirken sich vor allem auf zwei zentrale Warengruppen aus: Energieprodukte und Rohstoffe. Beide Bereiche verzeichneten im Großhandel überdurchschnittliche Preissteigerungen.
Energieträger reagieren traditionell besonders sensibel auf Konflikte in erdölfördernden Regionen, da Lieferengpässe oder Unsicherheiten bei den Transportwegen die Preise schnell nach oben treiben können. Ähnliches gilt für Rohstoffe, deren globale Handelsströme durch militärische Auseinandersetzungen im Nahen Osten beeinträchtigt werden.
Auswirkungen auf Wirtschaft und Verbraucher
Steigende Großhandelspreise gelten als Frühindikator für die weitere Preisentwicklung in der gesamten Wirtschaft. Da Großhändler ihre höheren Einkaufspreise in der Regel an den Einzelhandel weitergeben, könnten die aktuellen Zahlen mittelfristig auch die Verbraucherpreise beeinflussen.
Ob sich der Preisanstieg in den kommenden Monaten fortsetzt, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Konfliktlage im Nahen Osten ab. Sollten sich die Kriegshandlungen ausweiten oder neue Sanktionen verhängt werden, könnten die Energie- und Rohstoffpreise weiter steigen. Eine Beruhigung der Lage hingegen könnte den Preisdruck im Großhandel dämpfen.

