Ausbildungsbetriebe in Ostfriesland, im Emsland und in der Grafschaft Bentheim, die ihre Lehrstellen nicht mehr besetzt bekommen, können sich kostenfrei Unterstützung holen. Das Projekt „Job-Rutsche Ems-Achse“ der Wachstumsregion Ems-Achse bietet eine Ursachenanalyse, einen Online-Selbstcheck und ab Oktober eine Workshop-Reihe für Ausbilder an. Die erste Reihe beginnt am Dienstag, 6. Oktober 2026, in Nordhorn. Anmeldeschluss ist Dienstag, 29. September.
Informationen und die Kontaktdaten des Projektteams gibt es unter info.emsachse.de/job-rutsche.html.
Warum die Stelle leer bleibt
Am Anfang steht die Frage nach dem Grund. Mal wird der Betrieb von Jugendlichen gar nicht wahrgenommen, mal hakt es im Bewerbungsverfahren, mal passen Betrieb und Azubi nicht zusammen. Gemeinsam mit den Unternehmen will das Projektteam das systematisch klären und daraus konkrete Empfehlungen ableiten.
Projektleiter Fabian Rode kennt das Problem vieler kleiner Firmen: „Viele Unternehmen wissen, dass sie etwas verändern müssen, haben im Tagesgeschäft aber oft nicht die Zeit oder personellen Ressourcen, ihre Ausbildungsprozesse strategisch weiterzuentwickeln.“
Was Betriebe schon jetzt nutzen können
- Online-Ratgeber mit Praxistipps zum Ausbildungsmarketing
- Digitaler Selbstcheck, mit dem Betriebe prüfen, wie sichtbar sie als Ausbildungsbetrieb sind, und Ansatzpunkte auch für kleine Budgets bekommen
- Workshop-Reihe für Ausbilderinnen und Ausbilder ab Oktober 2026, Start am 6. Oktober in Nordhorn, Anmeldung bis 29. September
- Individuelle Beratung und Mitarbeit in der Projektarbeit
Die Workshops richten sich an alle, die im Betrieb Auszubildende begleiten. Es geht darum, junge Menschen durch die Ausbildung zu führen und mit den Fragen umzugehen, die im Ausbildungsalltag neu entstehen.
Praktikum als Brücke in die Lehre
Ein weiterer Baustein sind Praktika. Sie gelten als guter Weg zum gegenseitigen Kennenlernen, führen aber nicht automatisch zu einem Ausbildungsvertrag. Mit einem Arbeitskreis entwickelt und testet das Projekt deshalb Ansätze, wie Betriebe ein Praktikum vorbereiten, begleiten und den Kontakt danach in eine Ausbildung überführen können.
Bundesgeld für die Region
Finanziert wird die Job-Rutsche über die Initiative „JOBvision“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das Programm fördert bundesweit Projekte, die kleinen und mittleren Unternehmen helfen sollen, offene Ausbildungsplätze zu besetzen und die duale Ausbildung zu modernisieren. Umgesetzt wird es vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).
Dr. Dirk Lüerßen, Geschäftsführer der Ems-Achse, sieht das Projekt als Lückenschluss: Berufsorientierung und Personalentwicklung decke das Bündnis bereits ab, nun gehe es um die entscheidende Schnittstelle, „den erfolgreichen Übergang junger Menschen in die duale Ausbildung“.
Die 2006 gegründete Wachstumsregion Ems-Achse ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, Kommunen, Bildungseinrichtungen, Kammern und Verbänden. Ihre mehr als 960 Mitglieder beschäftigen zusammen über 120.000 Menschen. Weitere Angebote sollen in den kommenden Monaten folgen.

