Vor der Landrats-Stichwahl im Landkreis Osnabrück am Sonntag, 27. September, haben sich beide Kandidaten den Fragen von Unternehmern gestellt. Auf Einladung der IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim diskutierten Amtsinhaberin Anna Kebschull (Einzelwahlvorschlag, unterstützt von Bündnis 90/Die Grünen) und Herausforderer Thomas Spieker (CDU) über den Wirtschaftsstandort. Die deutlichsten Unterschiede zeigten sich bei der Verkehrsinfrastruktur.
A 30 oder A 33 Nord
Auf die Frage nach den wichtigsten Infrastrukturprojekten der kommenden Jahre setzten die beiden unterschiedliche Schwerpunkte. Kebschull nannte den Ausbau der A 30 und die digitale Anbindung. Spieker stellte den Bau der A 33 Nord und die Bedeutung des Flughafens Münster/Osnabrück (FMO) in den Vordergrund. Die IHK selbst fordert ausdrücklich den Lückenschluss der A 33.
Einig bei Genehmigungen und Pendlern
In anderen Punkten lagen die Kandidaten nah beieinander. Beide wollen Planungs- und Genehmigungsverfahren in der Kreisverwaltung digitaler und schlanker machen und mit der Stadt Osnabrück enger zusammenarbeiten, vor allem beim Verkehr für Pendler. Beide kündigten zudem neue Austauschformate mit der Wirtschaft an.

Was die Unternehmen erwarten
Aus dem Publikum kamen vor allem Fragen nach der Dauer von Genehmigungsverfahren und nach digitalen Angeboten des Kreishauses. Ein weiteres Thema war der Fachkräftemangel: Die Betriebe sehen Handlungsbedarf bei der Ausstattung der Berufsbildenden Schulen und wünschen sich eine engere Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen bei der Berufsorientierung.
IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf fasste die Erwartungen so zusammen: „Die Unternehmen erwarten von der künftigen Kreisspitze vor allem eine wirtschaftsfreundliche Perspektive und hohes Tempo.“ Moderiert wurde die Diskussion von Ludger Abeln.
Ergebnis des ersten Wahlgangs und alles zur Stichwahl am 27. September

