Die Musikschule Lohne bekommt ihr erstes eigenes Gebäude. Die politischen Gremien haben dem Neubau an der Marktstraße 3, 5 und 7 zugestimmt. Die Stadt rechnet mit einem Kostenrahmen von rund 12,1 Millionen Euro. Die Altbauten sollen ab Mitte Januar 2027 abgerissen werden, Baubeginn ist für Anfang April 2027 geplant, fertig sein soll die Musikschule im Frühjahr 2029.
Bis Mitte Dezember 2026 will die Stadt Bauantrag und Statik fertigstellen, das Genehmigungsverfahren soll bis Ende März 2027 laufen. Rund 1.100 Schülerinnen und Schüler nutzen die Musikschule jede Woche. Bisher ist sie unter anderem in der Von-Galen-Schule untergebracht.
Konzertsaal, Bandräume, Schallschutz
Den Entwurf hat das Lohner Büro Nordlohne Architekten und Ingenieure erarbeitet, begleitet von einem Arbeitskreis aus Ratsfraktionen, Verwaltung und Musikschule. Auch mit der katholischen Kirchengemeinde St. Gertrud als direkter Nachbarin wurde die Planung abgestimmt.
- Erdgeschoss: Veranstaltungsraum mit rund 180 Plätzen, dazu Räume für musikalische Früherziehung, Catering, Garderobe und Toiletten.
- Zwei Obergeschosse: Räume für Einzel- und Gruppenunterricht, darunter besonders ausgestattete Schlagzeugräume, außerdem Lehrerzimmer, Sekretariat und Wartebereiche.
- Untergeschoss: drei Bandproberäume, Lager für Instrumente und Stühle, Technik.
Alle Etagen sind per Aufzug barrierefrei erreichbar. Den Veranstaltungsraum sollen Schülerinnen und Schüler auch zum Üben nutzen, etwa mit Kopfhörern. „Unser Fokus liegt nicht nur auf dem Unterricht, sondern auf dem Lernen. Üben soll künftig auch in der Musikschule stattfinden können“, sagt Musikschulleiter Prof. Michael Gudenkauf.
Damit mehrere Ensembles gleichzeitig proben können und wenig Lärm nach außen dringt, sind massive Wände, besondere Decken sowie spezielle Fenster und Türen geplant. Eingeflossen sind Erfahrungen des Instituts für Musik der Hochschule Osnabrück. Das Gebäude wird rund 40 Meter lang und etwa 13,5 Meter hoch, rückt etwas von der Marktstraße ab und orientiert sich in Traufhöhe und Dachform an den Nachbarhäusern. Geheizt und gekühlt wird mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, aufs Dach kommt eine Photovoltaikanlage.
Warum Neubau und warum ohne Investor
Verglichen hat die Stadt drei Varianten: den Verbleib in der Von-Galen-Schule, die Sanierung der Häuser an der Marktstraße und den Neubau. In der Grundschule werden die Räume für den Ganztag gebraucht, der Musikschule fehlen dort schon heute Übe- und Veranstaltungsflächen. Eine Sanierung der Altbauten wäre wegen Grundrissen, unterschiedlicher Gebäudehöhen und Bauzustand nur mit großem Aufwand barrierefrei und schallgeschützt umzusetzen.
Geprüft wurde auch, ob ein privater Investor bauen und an die Stadt vermieten soll. Nach den Annahmen der Stadt ist Selbstbauen über 30 Jahre gerechnet rund 7,3 Millionen Euro günstiger, und das Gebäude bleibt in städtischem Besitz.
Teurer als zunächst geschätzt
Die aktuelle Kostenberechnung liegt bei rund 10,45 Millionen Euro. Mit einem Puffer für Baupreissteigerungen und Projektrisiken kommt die Stadt auf rund 12,08 Millionen Euro. Das ist mehr als die erste Schätzung aus der Machbarkeitsstudie Anfang 2025. Die Stadt begründet das mit der inzwischen deutlich genaueren Planung von Akustik, Schallschutz, Technik und Konstruktion. Für den Abriss der Altbauten gibt es Geld aus der Städtebauförderung, weitere Fördermittel werden geprüft.
Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet setzt auch auf einen Effekt für die Innenstadt: „Die Musikschule wird täglich viele Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte in die Innenstadt bringen und damit für zusätzliche Frequenz und Leben sorgen.“

