Der Achtstock an der Kleiststraße in Rhede hat einen neuen Eigentümer. Die BZ Rhede GmbH hat das marode Hochhaus gekauft und will es abreißen. Auf dem Grundstück sollen drei mehrgeschossige Neubauten mit einer gemeinsamen Tiefgarage entstehen. Das Zwangsversteigerungsverfahren, das die Stadt Rhede vor rund einem Jahr angestoßen hatte, ist damit endgültig eingestellt.
Bürgermeister Jürgen Bernsmann sieht darin eine städtebaulich vorteilhafte Lösung für das Gebäude, um das seit Monaten gerungen wurde.
Warum die Stadt die Versteigerung beantragt hatte
Hintergrund waren offene Zahlungen des damaligen Eigentümers in erheblicher Höhe. Die Stadt Rhede beantragte deshalb die Zwangsversteigerung, weitere Gläubiger traten dem Verfahren bei. Beim Versteigerungstermin Mitte September 2025 lag das höchste Gebot bei 1,45 Millionen Euro. Einen Zuschlag gab es trotzdem nicht: Der Eigentümer hatte gegen den Termin einen Rechtsbehelf eingelegt.
Erster Käufer sprang ab, Borkener Bauträger übernahm
Kurz nach dem Termin einigte sich ein Investor aus der Region direkt mit dem Eigentümer und schloss einen Kaufvertrag für das Gebäude Kleiststraße 2, ebenfalls mit dem Ziel, abzureißen und neu zu bauen. Die Stadt ließ das Versteigerungsverfahren daraufhin vorläufig ruhen.
Ende 2025 zog sich dieser Investor jedoch zurück. An seine Stelle trat der Borkener Bauträger SZ Bau. Für das Projekt gründete er die BZ Rhede GmbH mit den Gesellschaftern Hendrik Beckmann und Sebastian Zielinski. Beide unterschrieben den Kaufvertrag Anfang Januar 2026.
Grundbuch bremste den Abschluss
Dass es bis jetzt gedauert hat, lag am Grundbuch. Die dort abgesicherten Forderungen überstiegen den Kaufpreis, sodass mit den übrigen Gläubigern über die Löschung ihrer Eintragungen verhandelt werden musste. Das habe viele Gespräche erfordert, erklärt Melanie Uehsler, Fachabteilungsleiterin der städtischen Finanzbuchhaltung. Inzwischen liegt auch die letzte fehlende Löschungsbewilligung vor. Die Eintragung des neuen Eigentümers im Grundbuch sei nur noch Formsache, so Uehsler.
Wann der Abriss beginnt und wie die Neubauten genau aussehen sollen, geht aus der Mitteilung der Stadt noch nicht hervor.

