Während die Industrie in Niedersachsen im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 3,3 Prozent weniger umgesetzt hat, hält das Oldenburger Land sein Niveau. Die Industriebetriebe zwischen Wilhelmshaven und Vechta kamen auf knapp 15 Milliarden Euro Umsatz, 0,5 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Das geht aus einer Auswertung der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) auf Basis von Zahlen des Landesamts für Statistik Niedersachsen hervor.
Vechta im Plus, Cloppenburg leicht darunter
Im Landkreis Vechta stieg der Industrieumsatz um 3,1 Prozent. Der Landkreis Cloppenburg lag mit einem Minus von 0,9 Prozent knapp unter dem Vorjahr. Am stärksten wuchs die Wesermarsch mit 12,7 Prozent, am deutlichsten verlor das Ammerland mit 10,6 Prozent.
| Region | Umsatz ggü. 1. Halbjahr 2025 |
|---|---|
| Landkreis Wesermarsch | +12,7 % |
| Landkreis Friesland | +6,7 % |
| Landkreis Vechta | +3,1 % |
| Stadt Oldenburg | −0,8 % |
| Landkreis Cloppenburg | −0,9 % |
| Landkreis Oldenburg | −1,2 % |
| Stadt Delmenhorst | −3,3 % |
| Stadt Wilhelmshaven | −7,7 % |
| Landkreis Ammerland | −10,6 % |
Das Ausland trägt das Wachstum
Getragen wird die Entwicklung vor allem von Kunden im Ausland und von einzelnen Großaufträgen. Der Auslandsumsatz wuchs um 4,5 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro, die Exportquote stieg auf 30,5 Prozent.
Nach Branchen fällt das Bild gemischt aus. Die Kunststoffindustrie legte um 8,2 Prozent zu, der Maschinenbau um 1,2 Prozent. Das Ernährungsgewerbe, für Vechta und Cloppenburg besonders wichtig, setzte 4,7 Prozent weniger um, der Fahrzeugbau 1,8 Prozent weniger. Die Zahl der Beschäftigten in Industriebetrieben ab 50 Mitarbeitern stieg im Halbjahresschnitt um ein Prozent auf 81.149.
IHK: Stabilisierung, aber kein Aufschwung
„Der leichte Zuwachs ist ein Stabilisierungssignal, mehr aber nicht“, sagt Björn Schaeper, Geschäftsführer für Wirtschaftspolitik bei der IHK. Von einer breiten Erholung könne keine Rede sein. Schwache Inlandsnachfrage, hohe Energiepreise, steigende Arbeits- und Produktionskosten und unsichere Bedingungen im Außenhandel belasteten viele Betriebe weiter. Die IHK fordert verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige Energiepreise und einen flexibleren Arbeitsmarkt. Das angekündigte Reformpaket der Bundesregierung könne helfen, wenn es konsequent umgesetzt werde.
Auswertungen nach Regionen und Branchen veröffentlicht die IHK unter ihk.de/oldenburg/regionalreports und ihk.de/oldenburg/branchenreports.

