Ein Leinwandprojekt einer Kita, ein Comicheft über Gewalt, ein Mitmach-Theaterstück und eine Sporthalle als Anlaufstelle für Jugendliche: Diese vier Projekte haben am Samstag, 26. September 2026, in Hannover den Niedersächsischen KinderHabenRechtePreis erhalten. Jede Kategorie ist mit 3.000 Euro dotiert, zusammen 12.000 Euro. Vergeben wird der Preis vom Sozialministerium und vom Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen, in diesem Jahr zum 18. Mal.
Kita: Kinder malen ihre Rechte
Die AWO Kita Wendschott in Wolfsburg hat sich zwei Monate lang mit Kinderrechten beschäftigt. Heraus kam eine große Leinwand, die jetzt dauerhaft in der Kita hängt und bei einer Vernissage Eltern und Gästen vorgestellt wurde. Die Kinder haben außerdem ein eigenes Kinderrechtelied geschrieben. Die Jury hob hervor, dass die Kinder nicht nur Zielgruppe waren, sondern das Projekt selbst mitgestaltet haben. Auch die Stadtbibliothek hat Interesse an der Aktion angemeldet.
Offene Kinderarbeit: Ein Comic, der Gewalt zum Thema macht
Im Spielpark Linden der Landeshauptstadt Hannover haben Kinder in einem Workshop das Comicheft „Gut getroffen!“ gestaltet. Das Thema Gewalt haben sie selbst gewählt und gezeichnet, was sie dazu in ihrem Alltag erleben. 2.000 Hefte wurden in Hannover verteilt. Das Projekt hatte in diesem Jahr bereits den Deutschen Kinder- und Jugendpreis gewonnen.
Klasse 5 und 6: Das Publikum bestimmt das Ende
Das Theaterpädagogische Zentrum Hannover hat gemeinsam mit Jugendschutz und Streetwork der Stadt das Stück „RESPEKT, Digga – Stark ohne Gewalt“ entwickelt. Drei Theaterpädagoginnen spielen es an weiterführenden Schulen in der Region Hannover, bisher vor rund 5.000 Kindern zwischen zehn und zwölf Jahren. Die Schülerinnen und Schüler greifen in Konfliktszenen ein und entscheiden mit, wie sie ausgehen. Kurz danach folgt ein Workshop, in dem die Klasse das Erlebte aufarbeitet.
Ab 16: Training als Türöffner zur Beratung
Der Verein Cluster in Hildesheim hat eine frühere Werkstatthalle in der Nordstadt zur Sportstätte umgebaut. Beim Angebot „Fitness im Viertel“ können Jugendliche kostenlos trainieren. Wer möchte, bekommt dort zusätzlich sozialpädagogische Beratung, Hilfe im Alltag und Kontakte zu weiteren Jugendhilfeangeboten.
Worum es beim Preis geht
Mit dem Preis sollen die Kinderrechte bekannter werden, die 2009 in die Niedersächsische Verfassung aufgenommen wurden. Grundlage ist die UN-Kinderrechtskonvention, die in Deutschland seit dem 5. April 1992 gilt. In der Jury saßen der Diplom-Pädagoge Dieter Gerdes, Theo Büdden vom Landesschüler*innenrat sowie Ismail Giannattasio und der Jugendrat für den Kinderschutzbund. Schirmherr ist Sozialminister Dr. Andreas Philippi.
Informationen zum Wettbewerb gibt es beim Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen in Hannover unter Telefon 0511 444075, per E-Mail an [email protected] und auf www.kinderhabenrechtepreis.de.

