Das neue Kreiszentralarchiv des Kreises Coesfeld zieht ins Alte Landratsamt nach Lüdinghausen. Der Kreis kauft das historische Gebäude von der Sparkasse Westmünsterland, die Übergabe ist nach derzeitiger Planung zum 1. Dezember 2026 vorgesehen. Die notarielle Beurkundung wird gerade vorbereitet. Im Haus sind bislang die Kfz-Zulassungsstelle Lüdinghausen und Teile der Sparkassen-Hauptstelle untergebracht.
Ein Archiv für neun Kommunen
Im Zentralarchiv soll der Kreis künftig die gesetzliche Pflichtaufgabe der Archivierung für die beteiligten Städte und Gemeinden übernehmen. Mit dabei sind Ascheberg, Billerbeck, Havixbeck, Lüdinghausen, Nordkirchen, Nottuln, Olfen, Rosendahl und Senden, also neun der elf Kommunen im Kreis. Festgeschrieben wurde die Zusammenarbeit am 2. Juli 2024 in einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung, erste Gespräche liefen seit 2022.
Weil die bisherigen Räume des Kreisarchivs im Kreishaus I in Coesfeld für die zusätzlichen Aufgaben nicht reichen, suchte der Kreis einen neuen Standort. Die Kommunen konnten Vorschläge machen, fünf Standorte kamen in die engere Bewertung. Die Entscheidung für Lüdinghausen fiel in den zuständigen Gremien einmütig.
„Wenn ich mir einen Standort hätte wünschen dürfen, wäre es dieses Gebäude gewesen“, sagt Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr. Das Haus sei eng mit der Geschichte des Kreises Coesfeld und des früheren Kreises Lüdinghausen verbunden.
Lernort für Orts- und Regionalgeschichte
Nachdem das Gebäude für die neue Nutzung hergerichtet ist, soll das Kreiszentralarchiv als Lernort für alle geöffnet werden, die sich für die Geschichte ihres Ortes und der Region interessieren. Einen Zeitplan für die Umbauarbeiten nennen Kreis und Sparkasse noch nicht.
Sparkasse rückt im Nachbargebäude zusammen
Möglich wird der Verkauf, weil die Sparkasse ihre Flächen neu ordnet. Die Büros in den oberen Etagen des benachbarten Hauptstellengebäudes sind bereits umgebaut, derzeit wird das Erdgeschoss modernisiert: Es entstehen mehr Beratungsräume, der Selbstbedienungsbereich rückt näher an den Eingang. Danach finden alle Beschäftigten der Sparkasse im Hauptstellengebäude Platz, erklärt Vorstandsvorsitzender Norbert Hypki.

