Im Jahr 2025 entfielen laut Statistischem Bundesamt 95 Prozent des Gesamtwerts steuerpflichtiger Erbschaften und Schenkungen auf die westdeutschen Bundesländer. Das entspricht einem veranlagten Volumen von 142,5 Milliarden Euro. In den ostdeutschen Ländern und Berlin wurden im selben Zeitraum lediglich 8,0 Milliarden Euro erfasst.
Deutliche Unterschiede zwischen Ost und West
Bei der steuerlichen Erfassung von Erbschaften und Schenkungen zeigt sich 2025 ein klares regionales Gefälle. Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat ausgewertet, wie sich der Gesamtwert der von den Finanzämtern veranlagten Vermögensübertragungen auf die Bundesländer verteilt. Das Ergebnis: 95 Prozent des gesamten steuerpflichtigen Vermögens stammen aus den westlichen Bundesländern. Nur ein Bruchteil entfällt auf die östlichen Länder einschließlich Berlin.
142,5 Milliarden Euro in Westdeutschland veranlagt
Konkret summierten sich die in Westdeutschland veranlagten Erbschaften und Schenkungen im Jahr 2025 auf 142,5 Milliarden Euro. Im Vergleich dazu erfassten die Finanzverwaltungen in den östlichen Bundesländern sowie in Berlin einen Gesamtwert von 8,0 Milliarden Euro. Die Differenz zwischen beiden Landesteilen fällt damit erheblich aus und spiegelt bestehende Vermögensunterschiede zwischen West- und Ostdeutschland wider.
Die Statistik erfasst dabei ausschließlich jene Vermögensübertragungen, die steuerlich veranlagt wurden – also Fälle, in denen tatsächlich Erbschaft- oder Schenkungsteuer anfiel oder eine steuerliche Prüfung erfolgte. Nicht erfasst sind Übertragungen unterhalb der jeweiligen Freibeträge, die keiner Anzeigepflicht unterliegen oder steuerlich nicht relevant werden.
Vermögensunterschiede als Hintergrund
Die ungleiche Verteilung des Erbschafts- und Schenkungsvolumens zwischen Ost und West ist kein neues Phänomen. Sie hängt eng mit der historisch gewachsenen Vermögensverteilung in Deutschland zusammen. In den westdeutschen Bundesländern konnte sich über Jahrzehnte hinweg mehr Immobilien- und Kapitalvermögen aufbauen, das nun zunehmend an die nächste Generation weitergegeben wird. In Ostdeutschland ist der private Vermögensaufbau vielerorts erst nach der Wiedervereinigung 1990 möglich gewesen, was sich in geringeren Erbschaftssummen niederschlägt.
Die aktuellen Zahlen von Destatis verdeutlichen damit nicht nur eine steuerliche, sondern auch eine gesellschaftliche Realität: Der wirtschaftliche Abstand zwischen Ost und West zeigt sich auch bei der Vermögensweitergabe zwischen den Generationen. Für die kommenden Jahre dürfte diese Kluft angesichts der demografischen Entwicklung und der anstehenden großen Erbengeneration ein Thema bleiben, das Politik und Wirtschaft weiter beschäftigt.

