Deutschlands Raffinerien haben im ersten Halbjahr 2026 mehr Benzin produziert als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Besonders auffällig: Der Wert der Produktion stieg deutlich stärker als die Menge.
Mehr Benzin aus deutschen Raffinerien
Die deutschen Raffinerien haben im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 11,0 Millionen Tonnen Motorenbenzin produziert, einschließlich Flugbenzin. Das sind 1,8 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Im ersten Halbjahr 2025 lag die Produktionsmenge noch bei 10,8 Millionen Tonnen.
Die gestiegene Produktionsmenge zeigt, dass die Nachfrage nach Kraftstoffen trotz der Debatte um Elektromobilität und alternative Antriebe weiterhin auf hohem Niveau verharrt. Auch der Flugverkehr, der zu den Abnehmern von Flugbenzin zählt, dürfte zu dieser Entwicklung beigetragen haben.
Wert der Produktion steigt überproportional
Während die produzierte Menge nur moderat zunahm, verzeichnete der Wert der Benzinproduktion einen deutlich stärkeren Anstieg. Im ersten Halbjahr 2026 erreichte der Wert des produzierten Benzins 3,4 Milliarden Euro – ein Plus von 16,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in dem der Wert noch bei 2,9 Milliarden Euro lag.
Diese Diskrepanz zwischen Mengen- und Wertentwicklung deutet auf gestiegene Produktionskosten oder höhere Verkaufspreise pro Tonne hin. Mögliche Ursachen könnten gestiegene Rohölpreise, höhere Energiekosten in der Raffinerieproduktion oder veränderte Marktbedingungen auf dem Kraftstoffmarkt sein.
Einordnung der Zahlen
Die Daten des Statistischen Bundesamtes bieten einen wichtigen Indikator für die Entwicklung der deutschen Energiewirtschaft und des Kraftstoffmarktes. Sie zeigen, dass die klassische Raffinerieproduktion trotz des Trends zur Elektromobilität weiterhin eine bedeutende Rolle in der deutschen Wirtschaft spielt.
Für Verbraucher und Unternehmen in der Energiebranche liefern diese Zahlen wichtige Anhaltspunkte zur Preisentwicklung und zur Marktdynamik bei fossilen Kraftstoffen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich dieser Trend fortsetzt oder ob sich die Produktionszahlen aufgrund der Energiewende und des Ausbaus alternativer Antriebe mittelfristig verändern werden.

