Nach einer Serie von Einbrüchen und Sabotageakten an Windkraftanlagen im Emsland und im Landkreis Osnabrück hat die Polizei zwei Wohnungen durchsucht. Gegen zwei junge Männer besteht der Verdacht, technische Anlagenteile gestohlen und manipuliert zu haben. Auch der polizeiliche Staatsschutz ist eingeschaltet.
Verdacht auf gezielte Sabotage an Windkraftanlagen
Die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim hat am Dienstagmorgen, 6. Oktober 2026, zwei Durchsuchungsbeschlüsse in Nordhorn und Wietmarschen-Lohne vollstreckt. Hintergrund sind mehrere Einbrüche und Sabotageakte an Windkraftanlagen, bei denen die Täter offenbar mit System vorgingen. Im Fokus der Ermittlungen stehen zwei Männer im Alter von 21 und 23 Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, im April 2026 in eine Windkraftanlage in Salzbergen eingedrungen zu sein. Dort sollen sie technische Einrichtungen entwendet, beschädigt und vermutlich mit Fachwissen gezielt manipuliert haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Beschuldigten auch für weitere Taten verantwortlich sein könnten, die zu einer größeren Tatserie mit ähnlichem Vorgehen gehören. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das zuständige Amtsgericht die Durchsuchungsbeschlüsse, nachdem sich der Tatverdacht im Laufe der Ermittlungen erhärtet hatte.
Durchsuchungen bringen Beweismittel und Diebesgut zutage
Bei den Durchsuchungen an den Wohnanschriften der beiden Verdächtigen stellten Einsatzkräfte mehrere Beweismittel sowie mutmaßliches Diebesgut sicher. Die sichergestellten Gegenstände werden derzeit ausgewertet, um mögliche Verbindungen zu den bereits bekannten Straftaten zu klären. Die beiden Männer wurden am Mittag bei der Polizei in Nordhorn erkennungsdienstlich behandelt und nach Abschluss der Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Polizei spricht von einer intensiven und zielgerichteten Ermittlungsarbeit, die zu den heutigen Durchsuchungen geführt habe. Neben den wirtschaftlichen Schäden durch Zerstörung und Diebstahl weisen die Beamten darauf hin, dass gezielte Manipulationen an technischen Einrichtungen auch den sicheren Betrieb der Windkraftanlagen gefährden können.
Staatsschutz prüft möglichen politischen Hintergrund
Wegen der besonderen Bedeutung von Energieversorgungsanlagen wurde der Fall auch unter dem Gesichtspunkt einer möglichen politisch motivierten Tat bewertet. Solche Hinweise werden bei derartigen Straftaten grundsätzlich vom polizeilichen Staatsschutz geprüft. Da Ermittlungen zudem Hinweise darauf ergaben, dass ähnliche Straftaten im Landkreis Osnabrück Teil derselben Serie sein könnten, war bei den Durchsuchungen im Landkreis Grafschaft Bentheim auch der Staatsschutz der Polizeiinspektion Osnabrück beteiligt. Die Ermittlungen zu der Tatserie dauern an.

