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Borken: Pilotprojekt gegen illegales Zweirad-Tuning

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Die Kreispolizeibehörden Borken und Köln haben ein landesweites Pilotprojekt gegen illegal manipulierte Zweiräder gestartet. Mit mobilen Rollenprüfständen wollen die Beamten künftig direkt bei Verkehrskontrollen feststellen, ob Fatbikes, Pedelecs oder E-Scooter unerlaubt frisiert wurden. Der Auftakt fand am 7. Oktober vor dem Kreishaus in Borken statt.

Neue Prüfstände sollen Kontrollen beschleunigen

Mit einem Pressetermin vor dem Kreishaus in Borken ist am 7. Oktober 2026 offiziell ein Pilotprojekt gegen illegal manipulierte Zweiräder gestartet. Landrat Dr. Kai Zwicker begrüßte die anwesenden Medienvertreter, Polizeirat Dominik Rezler, Direktionsleiter Verkehr, erläuterte die Hintergründe. Im praktischen Teil zeigten die Polizeioberkommissare Lukas Wieschhaus und Maximilian Hammans, wie der neue mobile Rollenprüfstand funktioniert. Damit lässt sich direkt vor Ort messen, ob die Motorunterstützung eines Fahrzeugs die gesetzlich erlaubte Geschwindigkeit überschreitet. Bislang mussten Polizeibeamte verdächtige Fahrzeuge dafür oft zur Begutachtung an externe Sachverständige schicken – ein Verfahren, das Zeit und Geld kostet. Der neue Prüfstand soll solche Verfahren in vielen Fällen überflüssig machen.

Getunte Fatbikes und E-Scooter nehmen zu

Seit dem Frühjahr 2025 beobachtet die Polizei im Kreis Borken einen deutlichen Anstieg manipulierter Fatbikes und E-Scooter. Der Trend sei zunächst aus den Niederlanden herübergeschwappt und habe sich seitdem in der Region ausgebreitet. Dabei ist nicht jede hohe Geschwindigkeit automatisch ein Verstoß: Wer ein Fahrzeug allein mit Muskelkraft schneller bewegt, handelt nicht illegal. Entscheidend ist die elektrische Motorunterstützung, die gesetzlich auf 25 km/h begrenzt ist. Wird diese Grenze durch technische Eingriffe überschritten, drohen rechtliche Konsequenzen – nicht nur strafrechtlich, sondern auch bei Zulassung, Versicherungsschutz und im Falle eines Unfalls bei der Haftung. Das betrifft sowohl die Fahrerinnen und Fahrer selbst als auch deren Erziehungsberechtigte, sofern Minderjährige betroffen sind. Die Polizei verweist zudem auf die Gefahren für die allgemeine Verkehrssicherheit, wenn deutlich überhöhte Geschwindigkeiten mit Fahrzeugen erreicht werden, die eigentlich für den Straßenverkehr mit begrenzter Motorunterstützung konzipiert sind.

Zwei Systeme im Test, später landesweiter Einsatz

Für die Pilotphase setzen die Polizeibehörden zwei unterschiedliche Prüfsysteme ein: den Dynostar SSD-1 sowie den E-Speed-Control der Schweizer Firma Wenger. Beide Geräte kommen testweise bei den Kreispolizeibehörden Borken und Köln zum Einsatz. In Borken steht der mobile Prüfstand ab sofort sowohl bei geplanten Schwerpunktkontrollen als auch im regulären Streifendienst zur Verfügung. Geprüft werden können damit nicht nur Fatbikes, sondern auch E-Scooter, Pedelecs, E-Bikes und Speed-Pedelecs. Nach Abschluss der Testphase sollen beide Geräte dauerhaft beim Kreis Borken verbleiben. Geplant ist, sie künftig als Leihgeräte auch anderen Polizeibehörden in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung zu stellen. Damit könnte sich die Technik perspektivisch landesweit etablieren.

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