An der Warendorfer Straße in Münster hat sich ein Stück Stadtraum verwandelt: Der ehemalige Radweg zwischen Dodostraße und Gereonstraße erstrahlt jetzt in bunten Farben. Möglich wurde das Projekt durch die Zusammenarbeit von Stadt, Hochschule, Anwohnern und einem lokalen Unternehmen.
Gemeinschaftsprojekt verwandelt Straßenraum
Der bisher rot gefärbte Pflasterbelag an der Warendorfer Straße hat ausgedient. Junge Designerinnen und Designer der Münster School of Design haben den ehemaligen Radweg zwischen Dodostraße und Gereonstraße neu gestaltet. Am vergangenen Dienstag übermalten sie gemeinsam mit Anliegerinnen und Anliegern den Boden mit bunten Motiven. Das Ergebnis ist mehr als nur Dekoration: Die neuen Farben machen die veränderte Aufteilung des Straßenraums für alle Verkehrsteilnehmer deutlich sichtbar.
Fußgängerinnen und Fußgänger profitieren direkt von der Umgestaltung. Sie haben nun spürbar mehr Platz auf dem Gehweg. Für Radfahrerinnen und Radfahrer wurde parallel eine dauerhafte Umweltspur eingerichtet, die den Radverkehr sicher durch den Straßenabschnitt führt.
Zusammenarbeit mehrerer Partner
Realisiert wurde das Projekt in Kooperation zwischen der Stadt Münster, der Münster School of Design, engagierten Anwohnerinnen und Anwohnern sowie dem Unternehmen Brillux. Diese Konstellation aus städtischer Verwaltung, Hochschule, Bürgerschaft und lokaler Wirtschaft zeigt, wie Stadtraumgestaltung auch außerhalb klassischer Bauprojekte gelingen kann.
Die künstlerische Umgestaltung des Straßenabschnitts reiht sich damit in eine Reihe von Initiativen ein, bei denen Städte versuchen, Verkehrsflächen neu zu denken und dabei die Bedürfnisse unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer sichtbarer zu machen. Statt reiner Funktionsflächen entstehen so Orte mit eigenem Charakter, die von den Menschen vor Ort mitgestaltet werden.
Signal für mehr Mitbestimmung im Stadtbild
Das Projekt an der Warendorfer Straße steht exemplarisch dafür, wie Bürgerbeteiligung bei kleineren städtebaulichen Maßnahmen aussehen kann. Durch die aktive Einbindung von Anwohnerinnen und Anwohnern in den Gestaltungsprozess entsteht nicht nur ein optisch aufgewertetes Umfeld, sondern auch eine stärkere Identifikation mit dem eigenen Viertel.
Für die Studierenden der Münster School of Design bot das Vorhaben zudem die Gelegenheit, praktische Erfahrungen außerhalb des Hochschulkontexts zu sammeln und ihre Entwürfe direkt im öffentlichen Raum umzusetzen. Die Maßnahme dürfte somit nicht nur das Stadtbild im betroffenen Abschnitt verändern, sondern auch als Vorbild für ähnliche Projekte in anderen Stadtteilen dienen.

