Die Film- und Medienstiftung NRW hat am 7. Oktober 2026 in Köln das Gerd Ruge Stipendium vergeben. Vier Filmemacherinnen und Filmemacher erhalten zusammen rund 97.000 Euro, um Dokumentarfilme fürs Kino zu entwickeln. Es war die 24. Verleihung des Stipendiums, das an den 2021 gestorbenen Journalisten und Dokumentarfilmer Gerd Ruge erinnert.
Die geförderten Projekte
- „Die Wahl der Waffen“ von Marcus Lenz: 31.919 Euro
- „Arbeit und Spiel“ (Arbeitstitel) von Paul Sonntag: 25.000 Euro
- „Alles ist besser in Teheran“ von Rokhsareh Ghaemmaghami: 20.000 Euro
- „Frauen, Arbeit, Kampf“ (Arbeitstitel) von Isabel Schneider: 20.000 Euro
Inhaltlich reichen die Vorhaben vom persönlichen Umgang mit Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine über einen Betriebskindergarten und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bis zu einem tragischen Unfall mit familiären Traumata und der Rolle migrantischer Frauen in Arbeitskämpfen. Das Stipendium soll den Filmschaffenden schon in einer frühen Phase Zeit und Geld für die Entwicklung geben.
Die Jury
Ausgewählt wurden die Projekte von Regisseur Eric Friedler, Regisseurin und Drehbuchautorin Helene Hegemann, Stiftungsgeschäftsführer Walid Nakschbandi, Autorin und Filmemacherin Düzen Tekkal sowie Regisseur Andres Veiel.
Was ist Dokumentarfilm heute wert?
Vor der Verleihung im Kleinen Sendesaal des WDR diskutierte ein Panel, wie sich der Dokumentarfilm zwischen aufwendiger Recherche, Bilderflut und künstlicher Intelligenz behaupten kann. Unter der Moderation von Boussa Thiam sprachen Dokumentarfilmer und früherer Stipendiat Florian Heinzen-Ziob, Broadview-Geschäftsführer Leopold Hoesch, Tim Klimeš von der Deutschen Welle und WDR-Redakteurin Jutta Krug.
Gerd Ruges Tochter, die Verlegerin Elisabeth Ruge, stellte außerdem die Ende August erschienene Biografie „Ruge. Der Reporter des 20. Jahrhunderts“ von Christian Neef vor.

