Wer im Westen Niedersachsens einen Hund hält, zahlt dafür deutlich weniger als im Rest des Landes. Das zeigt der Hundesteuervergleich 2026 des Bundes der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen, der zum Welthundetag am Samstag, 10. Oktober, alle 941 Städte und Gemeinden ausgewertet hat. Die vier Landkreise mit der niedrigsten durchschnittlichen Steuer für den ersten Hund liegen alle in der Region: Vechta (30,20 Euro), Grafschaft Bentheim (30,38 Euro), Cloppenburg (30,52 Euro) und Emsland (35,64 Euro). Der Landesschnitt liegt bei rund 52 Euro.
Die billigsten Orte liegen in der Grafschaft und in Lindern
Am wenigsten verlangen mit 15 Euro im Jahr die Gemeinde Lindern im Landkreis Cloppenburg und die fünf Schüttorfer Mitgliedsgemeinden Engden, Isterberg, Ohne, Quendorf und Samern. In Lindern kosten auch zwei Hunde (40 Euro) und drei Hunde (70 Euro) landesweit am wenigsten. Aus dem Emsland liegt Bockhorst mit 18,60 Euro für den ersten Hund weit vorn, dahinter folgt Andervenne mit 20 Euro. Im Landkreis Vechta erheben Holdorf, Steinfeld und Visbek je 20 Euro. Unter den größeren Städten fallen Lingen (60 Euro) und Nordhorn (75,60 Euro) als günstig auf, in Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern sind sonst meist über 90 Euro fällig.
Am teuersten: Seelze, Hannover, Hildesheim
Spitzenreiter beim ersten Hund ist Seelze mit 158 Euro, gefolgt von Hannover, Hildesheim und Bremen mit je 150 Euro. Wer drei Hunde hält, zahlt in Hannover 702 Euro im Jahr, landesweit sind es im Schnitt 254 Euro. Für Hunde, die als gefährlich eingestuft sind, verlangen 765 Kommunen einen Sondersatz. Für den ersten gefährlichen Hund sind es höchstens 1.000 Euro, so in Ahlerstedt, Brest und Oldendorf im Landkreis Stade, in Nortmoor im Landkreis Leer und in Lüdersfeld im Landkreis Schaumburg.
Erhöhungen auch in der Region
In der zu Ende gehenden Wahlperiode seit November 2021 haben 300 Kommunen in Niedersachsen die Hundesteuer angehoben. Für 2026 gehören auch Orte aus der Region dazu: Emsbüren erhöhte für den ersten Hund um 12 auf 48 Euro, Neuenhaus ebenfalls um 12 auf 42 Euro, Uelsen um 10 auf 40 Euro. In Esche, Georgsdorf, Lage und Osterwald stieg der Satz um 10 auf 30 Euro. Deutlich teurer wurden in mehreren Grafschafter Gemeinden gefährliche Hunde: In Neuenhaus stieg der Satz von 250 auf 750 Euro, in Esche, Georgsdorf, Lage und Osterwald von 500 auf 750 Euro.
Was der Steuerzahlerbund fordert
Der Verband hält die Hundesteuer für eine Bagatellsteuer. Landesweit brachte sie 2025 rund 47 Millionen Euro ein, das sind 0,35 Prozent der kommunalen Steuereinnahmen in Niedersachsen. Die Einnahmen sind nicht zweckgebunden, fließen also nicht automatisch in Hundekotbeseitigung oder Auslaufflächen. Der Bund der Steuerzahler fordert die Abschaffung, wie sie etwa Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und Schweden bereits vollzogen haben.
Sparen mit der Satzung
Viele Kommunen ermäßigen die Steuer oder verzichten ganz, etwa für Blindenhunde und andere Hilfshunde, Jagd-, Dienst- und Hütehunde oder Zuchthunde. Häufig gibt es auch Rabatt für Hunde aus dem örtlichen Tierheim oder nach einer Begleithundeprüfung, manchmal auch für Bezieher von Sozialleistungen. Welche Regeln gelten, steht in der Hundesteuersatzung der eigenen Gemeinde. Die Sätze aller Kommunen hat der Verband auf seiner Sonderseite zum Hundesteuervergleich veröffentlicht.

