Wie kommen Beschäftigte künftig besser zur Arbeit, und was können Firmen, Kommunen und Kreis dafür gemeinsam tun? Darum ging es bei einem „Mobi-Lunch“ beim Bodenhersteller Parador in Coesfeld. Die Ergebnisse fließen in die Mobilitätsstrategie des Kreises Coesfeld und in eine Mobilitätskonferenz, die für Februar 2027 geplant ist. Wer sich an dem Prozess beteiligen will, findet Termine und die Online-Bürgerbefragung unter www.coe-mobil.de.
20 Beschäftigte berichten über ihren Arbeitsweg
Beim Mittagessen aus dem „Food-Mobil“ der Alexianer erzählten rund 20 Mitarbeitende in kurzen Interviews von ihren Pendelwegen und Dienstfahrten. Anschließend werteten Unternehmensvertreter und Fachleute von Stadt und Kreis die Eindrücke aus. Betrachtet wurden vier Bereiche: der Arbeitsweg, dienstliche Fahrten, Ver- und Entsorgung sowie die Anfahrt von Kunden und Dienstleistern. Parador bietet bereits Dienstrad-Leasing an und macht regelmäßig bei der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ mit. Laut Nachhaltigkeitsmanagerin Marion Diekmann fahren seit Einführung des Jobrads deutlich mehr Kolleginnen und Kollegen mit dem Fahrrad.

Bus spielt für Azubis und Schichtarbeiter kaum eine Rolle
Obwohl Coesfeld gut an Bus und Bahn angebunden ist und ab dem 19. Oktober 2026 zusätzlich der neue StadtBus fährt, nutzen Auszubildende und Schichtbeschäftigte den Nahverkehr selten. Das macht es schwerer, Nachwuchs zu gewinnen, zumal kleine bezahlbare Wohnungen in und um Coesfeld knapp sind. Diskutiert wurde deshalb auch Azubi-Wohnen nach dem Vorbild von Nottuln, wo sieben möblierte Wohnungen ausschließlich für Auszubildende örtlicher Betriebe entstanden sind.
Gewerbegebiete gemeinsam denken
Weitere Vorschläge: Gewerbegebiete als zusammenhängende Mobilitätsräume betrachten und gemeinsame Lösungen mehrerer Firmen fördern. Außerdem soll das kreisweite Pendlerportal PENDLA in den Belegschaften bekannter werden, damit sich Fahrgemeinschaften leichter bilden. Mathias Raabe vom Kreis Coesfeld betont, dass Unternehmen die Bedürfnisse ihrer Beschäftigten oft genau kennen und ihre Sicht deshalb wichtig für die Strategie sei. Das Projekt wird vom Land Nordrhein-Westfalen über die Bezirksregierung Münster gefördert.

