Der Wirtschaft in Ostfriesland und Papenburg geht es besser als vor drei Monaten, vor allem dank der Industrie. Der Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg ist im dritten Quartal 2026 auf 90 Punkte gestiegen, nach 82 im Vorquartal und 87 ein Jahr zuvor. Die Skala reicht von 0 bis 200. Befragt wurden mehr als 200 Betriebe aus Industrie, Handel, Dienstleistung, Gastgewerbe und Verkehr.
Mehr Betriebe mit guter Lage
Getragen wird die Verbesserung von der aktuellen Lage: 28 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre Geschäfte als gut, im Vorquartal waren es nur 13 Prozent. Als schlecht stufen 19 Prozent ihre Lage ein (zuvor 25). Der Saldo aus guten und schlechten Bewertungen dreht damit von minus 12 auf plus 9 Punkte.
Industrie macht den Sprung
Am stärksten hat sich die Stimmung in der Industrie aufgehellt. Ihr Klimaindex kletterte von 79 auf 107 Punkte. Lage- und Erwartungssaldo liegen wieder im Plus, Auftragseingänge und Exporterwartungen haben sich verbessert, auch wenn die Auftragsbücher weiterhin dünn sind. Der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Hartmut Neumann sieht darin auch die Wirkung wachsender öffentlicher Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur sowie eine robuste Weltwirtschaft. Das passt zur Herbstprognose der führenden Wirtschaftsinstitute, die für 2026 ein Wachstum von 1,3 Prozent erwartet.
Blick nach vorn bleibt skeptisch
Über alle Branchen hinweg sind die Erwartungen allerdings leicht gesunken. Zwar rechnen jetzt 8 Prozent der Betriebe mit besseren Geschäften (zuvor 5), aber auch 34 Prozent mit schlechteren (zuvor 28). Der Erwartungssaldo fällt von minus 23 auf minus 26 Punkte.
Größtes Risiko sind für 78 Prozent der Unternehmen die Energie- und Rohstoffpreise, in der Industrie sogar für 89 Prozent. Dahinter folgen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (70 Prozent) sowie Arbeitskosten und Inlandsnachfrage (je 61 Prozent). Neumann warnt, ein selbsttragender Aufschwung sei das noch nicht. Dafür brauche es mehr private Investitionen, und die setzten wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie und verlässliche Politik voraus.

