Mehr Geld für die Ausbildung von Jugendleitern, ein Zuschuss für das Gewerbegebiet Westerloh in Bösel und eine verlässliche Finanzierung für Suchtberatung, Krisendienst und Betreuungsverein bis 2029: Der Kreistag des Landkreises Cloppenburg hat in seiner letzten Sitzung der laufenden Wahlperiode eine ganze Reihe von Zuschüssen einstimmig beschlossen. Allein für das Jahr 2027 sind damit mehr als 700.000 Euro für soziale Träger und Netzwerke im Kreisgebiet gebunden.
Jugendleiter bekommen 15 statt 12 Euro pro Tag
Wer sich in Vereinen und Verbänden zum Jugendleiter ausbilden oder fortbilden lässt, wird vom Landkreis stärker unterstützt. Der Zuschuss für Lehrgänge zur Jugendleiterkarte Juleica steigt von 12 auf 15 Euro pro Tag und Teilnehmer. Die geänderte Förderrichtlinie gilt rückwirkend ab dem 1. September 2026. Die Juleica ist der bundesweit anerkannte Nachweis für ehrenamtliche Jugendleiterinnen und Jugendleiter.
Suchtberatung, Krisendienst und Betreuung bis 2029 finanziert
Den größten Einzelposten erhält die Stiftung St. Vincenzhaus. Für ihre Fachstelle Sucht und Suchtprävention gibt der Landkreis im Haushaltsjahr 2027 einen Festbetrag von 612.490,73 Euro. Die Suchtkrankenhilfe ist nach dem Niedersächsischen Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke (NPsychKG) eine Pflichtaufgabe des Landkreises, die er an die Stiftung übertragen hat. Neben der Beratungsstelle in Cloppenburg gibt es Außenstellen in Friesoythe, Löningen und Barßel.
Weitere Beschlüsse im Überblick:
- Der Verein Kontaktstelle und Krisendienst im Landkreis Cloppenburg erhält von 2027 bis 2029 jährlich bis zu 21.700 Euro.
- Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), der neben der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung auch sexualpädagogische Präventionsarbeit anbietet, bekommt 19.300 Euro für 2027 und 19.700 Euro für 2028.
- Der Betreuungsverein Cloppenburg erhält von 2027 bis 2029 jährlich 60.000 Euro als Festbetrag. Der 1993 gegründete Verein übernimmt seit einem Vertrag vom 27. Januar 2012 allgemeine Betreuungsaufgaben, die sonst die Betreuungsbehörde des Landkreises selbst erledigen müsste.
- Für die Koordination des regionalen Hospiz- und Palliativnetzwerks stellt der Landkreis von 2027 bis 2029 jährlich 15.000 Euro bereit. Bedingung ist, dass die Landesverbände der Kranken- und Ersatzkassen noch einmal denselben Betrag beisteuern. Die Koordinierungsstelle ist seit dem 1. Juli 2024 besetzt.
Bis zu 110.503 Euro für Gewerbeflächen in Bösel
Die Gemeinde Bösel will das Gewerbegebiet Westerloh erweitern (Bebauungsplan Nr. 75). Der Landkreis übernimmt aus seinen Wirtschaftsförderungsmitteln 25 Prozent der Kosten, höchstens jedoch 110.503,42 Euro.
Naturkieker soll ins Cloppenburger Land kommen
Für zunächst fünf Jahre beteiligt sich der Landkreis mit 3.000 Euro jährlich am Projekt Naturkieker der Oldenburgischen Landschaft. Das Projekt will die heimische Artenvielfalt beobachten, bekannt machen und erhalten und bündelt dafür Kommunen, Stiftungen, Vereine, Wasser- und Bodenverbände, die Landwirtschaftskammer und Naturschutzverbände wie den NABU. Gestartet ist es vor rund fünf Jahren als Pilot im Landkreis Friesland, nun soll es auf das gesamte Oldenburger Land ausgeweitet werden. Die Zusage gilt allerdings nur, wenn sich auch der Landkreis Ammerland wie geplant an der Finanzierung beteiligt.
Die untere Naturschutzbehörde sieht im Naturkieker einen Weg, den Niedersächsischen Weg für Natur-, Arten- und Gewässerschutz über Kreisgrenzen hinweg umzusetzen. Städte und Gemeinden, Landwirtschaft, Naturschutzverbände, die ökologische Station und die Wasserachten sollen sich inhaltlich einbringen können.
Fünf Namen für das Oberverwaltungsgericht
Außerdem hat der Kreistag seine Vorschläge für die Wahl der ehrenamtlichen Richterinnen und Richter am Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg festgelegt. Auf die Vorschlagsliste kommen Bernhard Möller (Friesoythe), Josef Osterkamp (Lastrup), Christa Preuth-Stuke (Cloppenburg), Stefan Riesenbeck (Cloppenburg) und Judith Vey-Höwener (Barßel). Die neue Amtszeit beginnt am 27. April 2027 und läuft bis April 2032.

