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Oberärztin Milana Nikitina und Chefärztin Dr. Sonja Römer in der Notaufnahme des St.-Josefs-Hospitals Cloppenburg

Kleine Rötung, großes Risiko: St.-Josefs-Hospital behandelt seltenen Phenol-Unfall

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Eine gerötete Stelle am Handgelenk, kaum größer als eine Zwei-Euro-Münze: So sah die Verletzung aus, mit der ein 30-jähriger Labormitarbeiter in die Notaufnahme des St.-Josefs-Hospitals in Cloppenburg kam. Dahinter steckte aber ein seltener Chemieunfall. Der Mann hatte bei der Arbeit Hautkontakt mit 99-prozentigem Phenol, einem Stoff, der nicht nur die Haut verätzen, sondern über die Haut auch in den Körper gelangen und andere Organe schädigen kann.

Flüssigkeit lief unter den Handschuh

Das Phenol war zwischen Schutzhandschuh und Schutzkleidung geraten. Der Mitarbeiter spülte die Stelle sofort gründlich mit Wasser und fuhr dann ins Krankenhaus. Dort zeigte sich zunächst nur eine brennende Rötung. Bei hochkonzentriertem Phenol müsse man aber auch an Folgen für den ganzen Körper denken, erklärt Oberärztin Milana Nikitina, die den Patienten behandelte.

Gerötete Hautstelle am Handgelenk nach Kontakt mit Phenol
Äußerlich unscheinbar: die Phenolverätzung am Handgelenk. Foto: St.-Josefs-Hospital

Spüllösung kam aus dem Notdepot

Das Team rief beim Giftnotruf an. Die Empfehlung: die Haut zusätzlich mit Polyethylenglykol spülen. Die Lösung lagerte nicht in der Notaufnahme, sondern im Notdepot, und wurde über die Krankenhausapotheke geholt, damit die Behandlung ohne Verzögerung weitergehen konnte. Anschließend wurde der Patient stationär aufgenommen und am Monitor überwacht. Blutuntersuchungen und Kontrollen am nächsten Tag sollten unter anderem zeigen, ob rote Blutkörperchen zerfallen, eine mögliche Folge einer Phenolvergiftung. Nach der Überwachung konnte der Mann entlassen werden.

Was der Fall zeigt

Die Größe einer Verletzung sage nicht immer etwas darüber aus, wie aufwendig die Behandlung sein muss, betont Nikitina. Entscheidend sei, womit jemand in Kontakt gekommen ist. Chefärztin Dr. Sonja Römer, Leiterin der Zentralen Notaufnahme, sieht in dem Fall ein Beispiel dafür, wie Notaufnahme, Labor, Überwachung und Giftnotruf zusammenarbeiten müssen, wenn ein ungewöhnlicher Stoff im Spiel ist.

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