Anzeige
Img728x90 neue standardbanner new tde 1742992361697
Gruppenfoto der Mitglieder und Gäste des IHK-Regionalausschusses Landkreis Emsland bei der Hermann Paus Maschinenfabrik in Emsbüren

Stromausfall, Verteidigungsfall, Krisenlage: Emsländische Unternehmen sollen vorsorgen

Anzeige
Westenergie AG

Wer im Ernstfall weiterarbeiten will, muss sich vorher darum kümmern. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des IHK-Regionalausschusses Landkreis Emsland, die bei der Hermann Paus Maschinenfabrik GmbH in Emsbüren stattfand. Krisenvorsorge, so der Tenor, sei längst nicht mehr nur Sache von Bundeswehr, Behörden und Hilfsorganisationen, sondern betreffe auch Betriebe, ihre Beschäftigten und private Haushalte.

Warum Betriebe doppelt betroffen sind

Ausschussvorsitzender Hendrik Kampmann verwies auf die Abhängigkeit der Firmen von Strom, Verkehrswegen und Kommunikationsnetzen. Gleichzeitig seien Unternehmen selbst Teil der Versorgungs- und Lieferketten. Sie sollten deshalb frühzeitig klären, wie sie auch in außergewöhnlichen Lagen arbeitsfähig bleiben.

Niedersachsen als Drehscheibe im Verteidigungsfall

Oberstleutnant Benjamin Seefisch vom Landeskommando Niedersachsen erläuterte den Operationsplan Deutschland. Danach soll die Bundesrepublik im Verteidigungsfall als Transit- und Versorgungsraum für verbündete Streitkräfte dienen. Niedersachsen spiele wegen seiner Verkehrswege, Energie- und Logistikinfrastruktur eine zentrale Rolle, Seefisch nannte das Land ein „Schwungrad“. Zur Gesamtverteidigung gehörten neben militärischen Aufgaben auch der Heimatschutz und der Schutz kritischer Infrastruktur. Unternehmen könnten unter bestimmten Voraussetzungen zur Unterstützung staatlicher Aufgaben herangezogen werden und sollten sich mit dieser möglichen Rolle früh beschäftigen.

Größte Sorge des Landkreises: ein langer Blackout

Kreisrat Christoph Exeler bezeichnete einen großflächigen, lang anhaltenden Stromausfall als besonders schwieriges Szenario, weil er Kommunikation, Versorgung, Logistik und kritische Infrastruktur zugleich trifft. Der Landkreis Emsland baut deshalb seine Warn- und Informationswege aus. Geplant sind flächendeckende Notfallinformationspunkte, die der Bevölkerung in Krisen als erste Anlaufstelle dienen sollen.

Auch beim Katastrophenschutz tut sich etwas: Mit der neuen Leitstelle Ems-Vechte und einem Lagezentrum für Krisen und Katastrophen in Meppen-Versen sollen Leitstelle, Krisenmanagement und Katastrophenschutz für die Zukunft aufgestellt werden.

Was Unternehmen konkret tun können

In der Diskussion ging es vor allem um praktische Eigenvorsorge. Betriebe können ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Notfälle sensibilisieren und ihnen Leitfäden und Checklisten an die Hand geben. Ansprechpartner bei der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim ist Frank Hesse, Telefon 0541 353-110, E-Mail [email protected].

Gastgeber Paus

Vor der Sitzung besichtigten die Ausschussmitglieder die Produktion in Emsbüren. Geschäftsführer Franz-Josef Paus stellte das 1968 gegründete Familienunternehmen vor, das international Maschinen und Fahrzeuge für Bauwirtschaft, Berg- und Tunnelbau sowie Lifttechnik entwickelt und fertigt.

Der ehrenamtlich besetzte Regionalausschuss tagt dreimal jährlich. Unternehmerinnen und Unternehmer tauschen sich dort mit Fachleuten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft aus und erarbeiten Positionen für die IHK-Vollversammlung.

Weiterlesen

Jetzt den kostenlosen Regionalupdate-Newsletter abonnieren.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel