Die Inselfähre „Frisia I“ der AG Reederei Norden-Frisia bekommt einen Hybridantrieb. Den Auftrag für die Modernisierung hat MEYER RE aus Papenburg erhalten, ein Unternehmen der Familie Meyer. Unterzeichnet wurde der Vertrag am Donnerstag, 22. Oktober 2026, in Norddeich. Insgesamt investiert die Reederei rund zehn Millionen Euro, der Bund fördert die Hybridisierung mit rund 2,5 Millionen Euro.
Batterie ersetzt die Dieselgeneratoren
Künftig treibt ein Elektromotor den mittleren Propeller an. Die beiden Schottel-Antriebe laufen weiter mit Diesel, allerdings mit effizienteren Motoren. Ein Batteriespeicher mit 1.200 Kilowattstunden versorgt den E-Antrieb und das gesamte Bordnetz, die beiden bisherigen Dieselgeneratoren fallen ganz weg. Laden will die Reederei die Batterie überwiegend mit Strom aus ihren eigenen Photovoltaikanlagen und Speichern. Der Kraftstoffverbrauch soll dadurch um mehr als 40 Prozent sinken, der CO₂-Ausstoß um bis zu 400 Tonnen im Jahr.

Ein Papenburger Schiff von 1970
Die „Frisia I“ ist seit 1970 im Dienst und wurde damals auf der Meyer Werft gebaut. Dr. Jan Meyer von MEYER RE verweist darauf, dass das Projekt damit in der Region bleibt und ausgerechnet ein Schiff aus der eigenen Werft eine längere Lebenszeit bekommt. Reederei-Vorstand Carl-Ulfert Stegmann rechnet damit, dass die Fähre durch den Umbau noch viele Jahre fahren kann.
Neuer Salon, Rückkehr im März 2028
Neben dem Antrieb wird auch der Fahrgastsalon erneuert: heller gestaltet, mit LED-Beleuchtung sowie moderner Elektro- und Netzwerktechnik. Die Arbeiten sind von September 2027 bis zum 1. März 2028 geplant, danach soll die Fähre wieder zwischen Norddeich und Norderney pendeln. Das Fördergeld stammt aus dem Programm „Nachhaltige Modernisierung von Küstenschiffen“ des Bundesverkehrsministeriums.

