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Im Herzen der Münsteraner Innenstadt liegt am Picassoplatz das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster. Nach eigenen Angaben ist es das einzige Picasso-Museum in Deutschland. Es besitzt die weltweit umfangreichste Sammlung von Lithografien des spanischen Künstlers, dazu weitere Picasso-Bestände in anderen Techniken und aus verschiedenen Schaffensphasen. Ergänzt wird dies durch größere Werkgruppen von Georges Braque, Marc Chagall, Joan Miró und Henri Matisse, die zu Picassos Zeitgenossen und Weggefährten gehörten. (Quelle: kunstmuseum-picasso-muenster.de)

Die Gründung geht auf das Jahr 1997 zurück. Damals riefen die westfälisch-lippischen Sparkassen und die Westdeutsche Landesbank Girozentrale gemeinsam mit den Sammlern Gert und Jutta Huizinga die Sparkassenstiftung Pablo Picasso ins Leben. Ziel war ein Museum, das Einblicke in Picassos Leben und Werk und besonders in sein lithografisches Schaffen gibt. Am 7. September 2000 wurde das Haus als „Graphikmuseum Pablo Picasso Münster“ eröffnet. Zum zehnjährigen Bestehen erhielt es 2010 seinen heutigen Namen, um die breiter angelegten Ausstellungsprojekte widerzuspiegeln. Im Frühjahr 2020 begrüßte das Museum nach eigenen Angaben seinen 1,5-millionsten Besucher beziehungsweise seine 1,5-millionste Besucherin. (Quelle: kunstmuseum-picasso-muenster.de)

Zwei historische Gebäude, ein Museum

Das Museum ist in zwei historischen Bauten untergebracht, die die damalige Stadtsparkasse Münster zur Verfügung stellte. Der Druffel’sche Hof entstand von 1784 bis 1788 nach Plänen von Clemens August Maria von Vagedes und gilt als der wohl bedeutendste klassizistische Bau der Stadt. Auftraggeberin war Maria Christina Hellweg, die Witwe des Apothekers Hermann Andreas Druffel. Vagedes verwendete die für Münster typische Kombination aus Back- und Sandstein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus schwer beschädigt, die historische Fassade konnte aber erhalten beziehungsweise wiederhergestellt werden. (Quelle: kunstmuseum-picasso-muenster.de)

Direkt daneben steht der sogenannte Hensenbau, den Alfred Hensen 1910 und 1911 in neobarocken Formen errichtete. Er diente zunächst als Geschäfts- und Verwaltungsgebäude der damaligen Kreissparkasse. Umbauten aus den 1960er Jahren, die von der Denkmalpflege kritisiert wurden, sind inzwischen zurückgebaut. Die Münchner Architekten Hilmer & Sattler & Albrecht verbanden beide Häuser zu einem Museum. Die Arbeiten begannen im Februar 1999: Die historischen Fassaden wurden gesichert, die dahinterliegenden Gebäude bis auf die Keller abgetragen. Heute verteilen sich rund 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf zwei Etagen. Zugänge gibt es über die Freitreppe des Druffel’schen Hofes und von der Rückseite über die Münster Arkaden. (Quelle: kunstmuseum-picasso-muenster.de)

Die Sammlung: Picassos Lithografien

Der Bestand umfasst nach Angaben des Museums mehr als 800 Grafiken Pablo Picassos, darunter das nahezu vollständige lithografische Werk. Die meisten Blätter stammen aus der Sammlung Huizinga. In den vergangenen Jahren erwarb die Sparkassenstiftung rund 75 weitere Grafiken. Neben der Sparkassenstiftung mit der Sammlung Huizinga führt das Museum eine Stiftung Classen als weiteren Sammlungsbestand. (Quelle: kunstmuseum-picasso-muenster.de)

Gert Huizinga, ausgebildeter Grafiker, trug den Kern der Sammlung ab den 1950er Jahren zusammen. Laut Wikipedia führte seine Bekanntschaft mit Marie-Thérèse Walter, der früheren Lebensgefährtin Picassos, dazu, dass er sich auf die Lithografien konzentrierte. Die Enzyklopädie nennt als weitere Bestände die vollständige Suite Vollard mit 100 Blättern und 101 Linolschnitte Picassos sowie Werkgruppen von Braque, Chagall und Matisse. Aus der Sammlung Classen kommen französische Künstlerbücher hinzu. (Quelle: de.wikipedia.org)

Ein Haus der wechselnden Ausstellungen

Eine Besonderheit sollten Besucherinnen und Besucher kennen: Das Museum zeigt ausschließlich wechselnde Sonderausstellungen. Die Werke der eigenen Sammlung sind nicht dauerhaft ausgestellt. Wer gezielt Picassos Lithografien sehen möchte, sollte deshalb vorab prüfen, welche Ausstellung gerade läuft. In seinen Ausstellungen stellt das Haus Picassos grafisches Werk häufig in Beziehung zu Malerei und Skulptur und widmet sich auch seinen künstlerischen Weggefährten. (Quelle: kunstmuseum-picasso-muenster.de) (Quelle: kunstmuseum-picasso-muenster.de)

Bis zum 25. Oktober 2026 läuft die Ausstellung „Giacometti, Picasso, Masson, Dubuffet – Grenzgänger der Pariser Moderne. Die Sammlung Klewan“. Sie zeigt mehr als 200 Werke aus der Privatsammlung des Münchner Sammlers Helmut Klewan. Darunter sind nach Museumsangaben über 70 Arbeiten von Alberto Giacometti, rund 50 Zeichnungen und Radierungen von Picasso, etwa 20 Werke von André Masson und mehr als 40 Arbeiten von Jean Dubuffet aus der Nachkriegszeit. Hinzu kommen Werke weiterer Künstler aus dem Umfeld des Surrealismus, etwa von Giorgio de Chirico, Max Ernst, Man Ray und Meret Oppenheim. (Quelle: kunstmuseum-picasso-muenster.de)

Führungen und Angebote für Familien und Schulen

Das Museum bietet öffentliche Führungen an mehreren Tagen der Woche an, dazu private Gruppenführungen für bis zu 15 Personen, auf Wunsch auch in anderen Sprachen, sowie Führungen mit der Museumsleitung und den Kuratorinnen und Kuratoren. Für Familien gibt es an ausgewählten Sonntagen eine Familienführung, bei der Geschichten über die Künstler und Mitmach-Elemente im Mittelpunkt stehen. Für Schulen und Kitas nennt das Museum eigene Programme sowie eine digitale Fortbildung für Lehrkräfte. Termine und Buchungsbedingungen stehen im Programmbereich der Museumswebsite. (Quelle: kunstmuseum-picasso-muenster.de)

Anreise und Barrierefreiheit

Der barrierefreie Zugang liegt am Picassoplatz rechts neben der Außentreppe, dort gibt es eine Klingel mit der Aufschrift „Museumskasse“. Ein Aufzug führt ins Foyer. Das Museum weist darauf hin, dass der Aufzug im benachbarten Parkhaus der Münster Arkaden an Sonn- und Feiertagen nicht in Betrieb ist. Vom Hauptbahnhof ist das Museum nach Angaben des Hauses in etwa zehn Minuten zu Fuß erreichbar. Mit dem Bus fährt man zu den Haltestellen Klemensstraße oder Domplatz. Für Autofahrer bietet sich das Parkhaus Aegidiimarkt an. (Quelle: kunstmuseum-picasso-muenster.de)

Öffnungszeiten und Eintritt

Die Adresse lautet: Kunstmuseum Pablo Picasso Münster, Picassoplatz 1, 48143 Münster. Geöffnet ist dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Montags bleibt das Haus geschlossen, außerdem am 3. Oktober, an Heiligabend, am ersten Weihnachtstag, an Silvester und an Neujahr. (Quelle: kunstmuseum-picasso-muenster.de)

Der reguläre Eintritt kostet 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Kinder bis sechs Jahre haben freien Eintritt, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zahlen 5 Euro, die Familienkarte kostet 24 Euro. Dienstags gilt für Studierende ein Tarif von 6 Euro, donnerstags für Seniorinnen und Senioren ein Tarif von 10 Euro. Tickets sind auch online erhältlich. Stand der Angaben ist September 2026. Besucherinnen und Besucher sollten vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten, Preise und die laufende Ausstellung auf der offiziellen Website des Museums prüfen. (Quelle: kunstmuseum-picasso-muenster.de)

Fazit

Das Kunstmuseum Pablo Picasso ist ein spezialisiertes Haus mit einem klaren Profil: Picassos Druckgrafik, vor allem seine Lithografien, und die Kunst seiner Zeitgenossen. Die Verbindung aus klassizistischem Druffel’schem Hof und Hensenbau macht auch den Ort selbst sehenswert. Weil das Museum ausschließlich Wechselausstellungen zeigt, lohnt sich vor jedem Besuch ein Blick auf das aktuelle Programm. Die zentrale Lage in der Altstadt erlaubt es, den Besuch gut mit dem nahen LWL-Museum für Kunst und Kultur am Domplatz zu verbinden.

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