Am Domplatz, mitten in der Altstadt von Münster, liegt das LWL-Museum für Kunst und Kultur. Das Haus wird vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) getragen und zeigt nach eigenen Angaben Werke aus rund 2000 Jahren Kunst- und Kulturgeschichte. Der Weg führt chronologisch von der mittelalterlichen Sakralkunst Westfalens über Renaissance und Barock bis zur Moderne und zur Gegenwartskunst. Auf etwa 7500 Quadratmetern präsentiert das Museum einen Ausschnitt aus einem Bestand, den es selbst mit mehr als 350.000 Objekten beziffert: Gemälde, Grafik, Skulpturen, Möbel, Münzen, Kunsthandwerk, Plakate und Karten. (Quelle: lwl-museum-kunst-kultur.de)
Die Wurzeln des Museums reichen weit ins 19. Jahrhundert zurück. Es ging aus den Sammlungen zweier Vereinigungen hervor: des 1825 gegründeten Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens und des 1831 gegründeten Westfälischen Kunstvereins. Beide bemühten sich nach den Umbrüchen der Französischen Revolution und der Napoleonischen Kriege darum, westfälisches Kulturgut zu bewahren. 1836 eröffnete der Kunstverein ein erstes Museum im „Stadtkeller“ am Prinzipalmarkt. Am 17. März 1908 wurde dann das Landesmuseum für die Provinz Westfalen am Domplatz eröffnet. (Quelle: lwl-museum-kunst-kultur.de)
Vom Neorenaissance-Bau zum Neubau von Volker Staab
Das Gebäude von 1908 entwarf der Architekt Hermann Schaedtler im Stil der Neorenaissance. Seine Formen sollten sich an die mittelalterlichen und Renaissance-Bauten anlehnen, die das historische Münster prägen. Ein Treppengiebel an der Nordwestfassade ging im Zweiten Weltkrieg verloren. Das Museum wurde 1941 von Bomben getroffen, die Sammlungen waren zuvor auf 14 westfälische Schlösser ausgelagert worden. Nach 1945 folgte der Wiederaufbau. 1974 kam ein Erweiterungsbau nach Plänen von Hans Spiertz hinzu, der das Stadtbild über drei Jahrzehnte mitprägte. (Quelle: lwl-museum-kunst-kultur.de)
Weil dieser Erweiterungsbau marode war, wurde er 2009 abgerissen. An seine Stelle trat ein Neubau des Berliner Architekten Volker Staab, der im September 2014 eröffnet wurde. Seitdem verbindet das Museum den historischen Altbau mit moderner Ausstellungsarchitektur. Bis 2013 trug die Einrichtung den Namen „Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte“, danach erhielt sie ihren heutigen Namen. (Quelle: de.wikipedia.org)
Mittelalter, Renaissance und Barock
Einen Schwerpunkt der Sammlung bildet die Kunst des Mittelalters aus Westfalen. Zu den bekannten Beständen zählen Fragmente des Liesborner und des Marienfelder Altars, Werke von Conrad von Soest sowie romanische Glasfenster, die dem Meister Gerlachus zugeschrieben werden. In der Abteilung zur Renaissance finden sich Arbeiten von Lucas Cranach und Jan Gossaert. Besonders ausführlich vertreten ist die Münsteraner Künstlerfamilie tom Ring, ebenso die Bildhauer Heinrich und Johann Brabender. Für den Barock nennt die Sammlung Gemälde aller Gattungen sowie Goldschmiedearbeiten aus Augsburg und Münster. (Quelle: de.wikipedia.org)
Wer sich für Regionalgeschichte interessiert, findet hier einen guten Zugang, denn die Dauerausstellung beginnt ausdrücklich mit Werken der mittelalterlichen Sakralkunst Westfalens. Das Museum betont selbst die regionale Bedeutung seiner Bestände, verbindet sie aber mit international bedeutender Kunst, etwa mit Arbeiten von Rembrandt. (Quelle: lwl-museum-kunst-kultur.de)
Moderne und Gegenwart
Die Abteilung der Moderne reicht vom Impressionismus mit Werken von Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth bis zum Expressionismus. Eine zentrale Rolle spielt August Macke, dessen Gemälde „Sonniger Weg“ das Museum in seiner Sammlungsübersicht hervorhebt, sowie der Kreis des Blauen Reiters. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute Direktor Walther Greischel die „Galerie der Moderne“ aus. Die Sammlung setzt sich bis in die Gegenwartskunst fort. (Quelle: lwl-museum-kunst-kultur.de) (Quelle: lwl-museum-kunst-kultur.de) (Quelle: de.wikipedia.org)
Macke ist auch für die Geschichte der Sonderausstellungen des Hauses wichtig: Eine August-Macke-Ausstellung im Jahr 1987 zog nach Angaben der Wikipedia mehr als 400.000 Menschen an. Seit der Wiedereröffnung 2014 war ihr zufolge die Turner-Ausstellung 2019/2020 mit 137.000 Besuchern die erfolgreichste Schau. Aktuell zeigt das Museum unter anderem eine Präsentation zu Gerhard Richter, die seit dem 16. April 2026 zu sehen ist. (Quelle: de.wikipedia.org) (Quelle: lwl-museum-kunst-kultur.de)
Spezialsammlungen: Porträtarchiv und Münzkabinett
Neben den Gemälden und Skulpturen verfügt das Museum über mehrere Spezialsammlungen. Dazu gehören ein Porträtarchiv, das auf die Sammlung Diepenbroick zurückgeht, das Münzkabinett, eine Sammlung von Lackkunst sowie das Archiv der Skulptur Projekte. Das Porträtarchiv Diepenbroick umfasst laut Wikipedia rund 120.000 druckgrafische Blätter, das Münzkabinett etwa 130.000 Objekte mit Schwerpunkten auf Westfalen, römischen Münzen und der ottonisch-salischen Zeit. Diese Bestände sind vor allem für Forschung und Recherche von Bedeutung und werden nicht vollständig in der Dauerausstellung gezeigt. (Quelle: de.wikipedia.org)
Skulptur Projekte Münster
Überregional bekannt ist das Museum als Mitträger der Skulptur Projekte, einer internationalen Ausstellung für Kunst im öffentlichen Raum, die seit 1977 alle zehn Jahre in Münster stattfindet. Die nächste Ausgabe ist für den Zeitraum vom 13. Juni bis 3. Oktober 2027 angekündigt. Das Museum führt die Skulptur Projekte auch als eigenen Sammlungsbereich mit Archiv. (Quelle: de.wikipedia.org) (Quelle: lwl-museum-kunst-kultur.de)
Angebote für Familien, Kitas und Schulen
Für Familien zeigt das Museum bis zum 3. Januar 2027 die Ausstellung „Reiselustig. Unterwegs mit dem Hasen Felix“. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre haben freien Eintritt. Kitas können Workshops für Kinder von vier bis sechs Jahren buchen, unter anderem zu Farben und zum Reisen. Für Grundschulen gibt es Formate von 60 oder 120 Minuten, die sich derzeit auch auf die Felix-Ausstellung beziehen, dazu Workshops zur Sammlung, etwa zu Unterwasserwelten und Porträts. (Quelle: lwl-museum-kunst-kultur.de)
Weiterführende Schulen finden Angebote zu Themen wie digitalem Druck, kreativem Kartieren, textilen Techniken, Zeichnen im Raum und Comic-Erzählungen. Daneben nennt das Museum Projekttage, Schul-AGs und Fortbildungen für Lehrkräfte. Schulen aus dem Verbandsgebiet des LWL können für die Anreise den LWL-Mobilitätsfonds nutzen, der Fahrtkosten übernimmt. Gebucht wird über Online-Formulare oder telefonisch beim Besucherbüro. (Quelle: lwl-museum-kunst-kultur.de)
Öffnungszeiten und Eintritt
Die Adresse lautet: LWL-Museum für Kunst und Kultur, Domplatz 10, 48143 Münster. Das Museum ist dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Am zweiten Freitag im Monat verlängern sich die Öffnungszeiten bis 24 Uhr, ab 18 Uhr ist der Eintritt dann frei. (Quelle: lwl-museum-kunst-kultur.de)
Der Eintritt für die Sammlung kostet für Erwachsene 10 Euro, gemeinsam mit der aktuellen Ausstellung „Reiselustig“ 13 Euro. Ermäßigt zahlen Berechtigte 5 beziehungsweise 6,50 Euro, Gruppen ab 16 Personen 7 beziehungsweise 9 Euro pro Person. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre sowie Inhaberinnen und Inhaber der LWL-MuseumsCard haben freien Eintritt. Unter dem Titel „Kunst nach Fünf“ gilt ab 17 Uhr der halbe Preis. Tickets sind auch online erhältlich. Stand der Angaben ist September 2026. Besucherinnen und Besucher sollten vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten und Preise auf der offiziellen Website des Museums prüfen. (Quelle: lwl-museum-kunst-kultur.de)
Fazit
Das LWL-Museum für Kunst und Kultur ist das große Kunstmuseum der Region und bietet einen breiten Überblick über die Kunst von der romanischen Glasmalerei bis zur Gegenwart. Die Verbindung aus westfälischer Kunstgeschichte, der Moderne um August Macke und dem Bezug zu den Skulptur Projekten gibt dem Haus ein klares Profil. Die Lage am Domplatz, der freie Eintritt für Minderjährige und die Angebote für Kitas und Schulen machen es auch für Familien und Klassen zu einem gut erreichbaren Ziel. Wer die Skulptur Projekte 2027 besuchen möchte, findet hier den passenden Einstieg.
