Das LWL-Museum für Naturkunde liegt an der Sentruper Straße im Westen von Münster, in direkter Nachbarschaft zum Allwetterzoo und zum Mühlenhof-Freilichtmuseum am Aasee. Träger ist der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Unter einem Dach vereint das Haus naturkundliche Ausstellungen und ein Großplanetarium. Nach Angaben der Wikipedia ist es das älteste der LWL-Museen. (Quelle: de.wikipedia.org)
Gegründet wurde das Museum von Hermann Landois als „Provinzialmuseum für Naturkunde“ auf dem Gelände des damaligen Zoologischen Gartens. Am 10. Februar 1892 öffnete es seine Türen. Das ursprüngliche Gebäude an der Himmelreichallee wurde 1944 bei Luftangriffen beschädigt. Als der Zoo 1967 an einen neuen Standort umzog, brauchte auch das Museum einen Neubau. Anfang der 1980er Jahre eröffnete es am heutigen Standort, von Beginn an mit einem integrierten Großplanetarium. Die Wikipedia nennt dafür das Jahr 1981, das Museum selbst spricht vom Bezug des Neubaus im Jahr 1982. (Quelle: de.wikipedia.org) (Quelle: lwl-naturkundemuseum-muenster.de)
Museum im Umbau: Was Besucher wissen sollten
Derzeit wird gebaut. Seit September 2024 entwickelt der LWL das Haus zu einem regionalen Kompetenzzentrum für ehrenamtlich und beruflich Forschende und zu einem „Forum für Naturwissenschaften“ weiter. Auf dem Museumsvorplatz entsteht ein neues Tagungsgebäude, der Spatenstich für den Erweiterungsbau fand im Februar 2025 statt. Museum und Planetarium bleiben während der Bauzeit geöffnet, Besucherinnen und Besucher müssen aber mit Beeinträchtigungen rechnen. Beim Spatenstich kündigte LWL-Direktor Georg Lunemann an, dass alle Eingänge und das neue Foyer barrierearm gebaut werden. Der Anbau soll mit Holz und Glas errichtet werden, begrünte Dächer und eine begehbare Dachterrasse erhalten. (Quelle: lwl-naturkundemuseum-muenster.de)
Wichtig für die Anreise: Wegen der Bauarbeiten ist der Eingang verlegt. Das Museum bittet darum, der Beschilderung um das Gebäude herum zu folgen. Der neue Eingang liegt rund 200 Meter vom bisherigen entfernt. (Quelle: lwl-naturkundemuseum-muenster.de)
Sammlung mit Millionen Objekten
Hinter den Ausstellungen steht eine umfangreiche wissenschaftliche Sammlung. Nach Angaben der Wikipedia bewahrt das Museum mehr als 2,3 Millionen Objekte auf. Ein bekanntes Stück ist ein Riesenammonit mit einem Durchmesser von 174,2 Zentimetern, der dort als der größte Ammonit der Welt bezeichnet wird. (Quelle: de.wikipedia.org)
Das Museum ist eng mit ehrenamtlich Forschenden verbunden. Der neue Tagungsbereich soll es nach eigenen Angaben noch stärker zu einem Ort des wissenschaftlichen Austauschs machen, für Fachleute ebenso wie für interessierte Laien. Zum Museum gehört außerdem das Bildungs- und Forschungszentrum Heiliges Meer, das Kurse und Camps anbietet. (Quelle: lwl-naturkundemuseum-muenster.de) (Quelle: lwl-naturkundemuseum-muenster.de)
Paläontologische Landesausstellung „überLeben“
Seit dem 10. Juli 2026 zeigt das Museum die Sonderausstellung „überLeben zwischen Dinos und Schuppenbäumen“. Sie ist Teil der Paläontologischen Landesausstellung Nordrhein-Westfalen, die gemeinsam mit dem Ruhr Museum in Essen und dem Lippischen Landesmuseum in Detmold gestaltet wird. Auf 1.200 Quadratmetern sind rund 1.800 Objekte zu sehen, darunter sechs große Dinosaurier- und Saurierskelette, dazu zehn Medienstationen. Die Schau spannt einen Bogen über 485 Millionen Jahre Erdgeschichte Westfalens, von Riffen des Devon über die Kohlesumpfwälder des Karbon bis zur Küstenlandschaft der Kreidezeit. (Quelle: lwl-naturkundemuseum-muenster.de)
Zu den Höhepunkten zählt das Museum den Wiehenvenator albati, der als größter Raubsaurier Europas vorgestellt wird, sowie Parapuzosia seppenradensis, den größten bekannten Riesenammoniten der Welt. Ein „Paläoaquarium“ projiziert auf 13 mal 4 Metern eine Unterwasserwelt mit animierten Meerestieren. Ein nachgebildetes Devon-Riff besteht aus mehr als 1.400 Einzelteilen, elf Tast-Stationen erleichtern den barrierefreien Zugang. Die Ausstellung läuft laut Museum bis zum 5. September 2027. (Quelle: lwl-naturkundemuseum-muenster.de) (Quelle: lwl-naturkundemuseum-muenster.de)
Ausstellung „Gene – Vielfalt des Lebens“
Parallel ist noch bis zum 10. Januar 2027 die Ausstellung „Gene – Vielfalt des Lebens“ zu sehen. Sie umfasst rund 850 Quadratmeter und ist nach Angaben des Museums auch für Familien geeignet. Beide Ausstellungen bieten inklusive Elemente wie Audioguides, Tastobjekte, untertitelte Videos und Stationen zum Anfassen. (Quelle: lwl-naturkundemuseum-muenster.de)
Das Planetarium
Das Planetarium wurde im Juli 2022 nach einer Modernisierung wiedereröffnet, die Projektionstechnik wurde im Mai 2026 erneuert. Unter der Kuppel mit 20 Metern Durchmesser finden 224 Gäste Platz. Gezeigt werden 360-Grad-Projektionen in 8K-Qualität, der Raumklang kommt aus 49 Lautsprechern. Das Programm wechselt und läuft dienstags bis sonntags. Dazu gehören Kindershows wie „Eddie will ins All“ ab sechs Jahren, astronomische Programme wie „Unser Universum“ ab 14 Jahren, Musikshows, Sonderveranstaltungen und astronomische Vorträge. (Quelle: lwl-naturkundemuseum-muenster.de)
Für Menschen mit Behinderung gibt es im Planetarium Rollstuhlplätze und eine Induktionsschleife. Fremdsprachige Kopfhörer stehen zur Verfügung, die englische Fassung ist kostenfrei. Tickets für die Vorstellungen lassen sich online oder telefonisch über das Servicebüro buchen. (Quelle: lwl-naturkundemuseum-muenster.de)
Angebote für Familien und Schulen
Für Familien, Kinder, Schulen und Kitas hält das Museum eigene Programmbereiche bereit, dazu Gruppenführungen. Ein Familientag mit Mal-, Bastel- und Experimentierstationen sowie einem Familienprogramm im Planetarium gehört ebenfalls zum Angebot, für den nächsten stand zum Zeitpunkt der Recherche noch kein Termin fest. Bei Schulklassen und Kitagruppen haben zwei Begleitpersonen pro Gruppe freien Eintritt. Kinder und Jugendliche zahlen für die Ausstellungen keinen Eintritt. (Quelle: lwl-naturkundemuseum-muenster.de) (Quelle: lwl-naturkundemuseum-muenster.de)
Öffnungszeiten und Eintritt
Die Adresse lautet: LWL-Museum für Naturkunde, Sentruper Straße 285, 48161 Münster. Das Museum ist dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Am 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar bleibt es geschlossen, an Heiligabend gelten verkürzte Zeiten von 10 bis 15 Uhr. Das Planetarium zeigt seine Vorstellungen zu wechselnden Terminen. (Quelle: lwl-naturkundemuseum-muenster.de)
Erwachsene zahlen für die Ausstellungen 9 Euro, für das Planetarium 10 Euro und für das Kombiticket 17 Euro. Ermäßigt kosten Ausstellung, Planetarium und Kombiticket 4,50, 5,50 und 8,50 Euro. Gruppen ab 16 Personen zahlen 8, 9 beziehungsweise 16 Euro pro Person. Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt in die Ausstellungen, für das Planetarium zahlen sie 4 Euro. Mit der LWL-MuseumsCard ist der Besuch der Ausstellungen frei. Parkplätze für Menschen mit Behinderung gibt es auf dem Zooparkplatz. Stand der Angaben ist September 2026. Besucherinnen und Besucher sollten vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten, Preise und mögliche baubedingte Einschränkungen auf der offiziellen Website des Museums prüfen. (Quelle: lwl-naturkundemuseum-muenster.de) (Quelle: lwl-naturkundemuseum-muenster.de)
Fazit
Das LWL-Museum für Naturkunde verbindet eine lange Tradition mit einem Umbruch: Während der Umbau zum „Forum für Naturwissenschaften“ läuft, zeigt das Haus mit der Paläontologischen Landesausstellung eine umfangreiche Schau zur Erdgeschichte Westfalens. Das modernisierte Planetarium ergänzt die Ausstellungen um ein eigenständiges Angebot. Durch den freien Ausstellungseintritt für Kinder und Jugendliche und die Nähe zu Allwetterzoo und Aasee eignet sich das Museum gut für einen Familienausflug. Wegen der Bauarbeiten lohnt es sich, vorab die Hinweise zum verlegten Eingang zu lesen.
