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Mitten in Beckum, am Marktplatz, steht das historische Rathaus mit seinem markanten Schaugiebel. Seit 1986 ist darin das Stadtmuseum Beckum untergebracht. Es erzählt die Geschichte der Stadt und ihres Umlands von der Steinzeit über das Mittelalter und die Hansezeit bis zur Industrialisierung. Außerdem zeigt es mehrmals im Jahr Sonderausstellungen mit zeitgenössischer und moderner Kunst. Träger ist die Stadt Beckum, der Eintritt ist frei. (Quelle: beckum.de)

Unterstützt wird das Museum vom Museumsverein Beckum e.V. Die Ausstellung dokumentiert die stadtgeschichtliche Entwicklung Beckums und reicht von archäologischen Funden bis zu volkskundlichen und sakralen Sammlungen. (Quelle: westfalen.museum-digital.de)

Das historische Rathaus

Das Gebäude selbst ist ein Stück Stadtgeschichte. Sein mittelalterlicher Kern lässt sich bis 1441 zurückverfolgen. Seinen hohen, den Marktplatz beherrschenden Schaugiebel erhielt es bei einem Umbau im Jahr 1879. An der Fassade stehen zwei Sandsteinfiguren aus dem frühen 16. Jahrhundert, die die Orts- und Kirchenpatrone St. Stephanus und St. Sebastian darstellen. Bevor das Museum einzog, war das Rathaus Sitz der Stadtverwaltung. In früheren Zeiten diente es auch als Amtsgericht, Sparkasse, Spritzenhaus, Stadtwache, Polizeistube und Gefängnis. (Quelle: beckum.de)

Frühgeschichte und das Fürstengrab von Beckum

Ein Schwerpunkt der Dauerausstellung ist die Frühgeschichte des Beckumer Raums. Neben steinzeitlichen Funden steht dabei das sogenannte Fürstengrab von Beckum im Mittelpunkt. Das 1959 entdeckte Grab ist in der Fachwelt wie in der Bevölkerung gut bekannt. Dazu kommen Funde aus einem Gräberfeld des 6. und 7. Jahrhunderts, das bereits 1860 entdeckt wurde; insgesamt wurden dort 61 menschliche Bestattungen und 17 Pferdegräber gefunden. Das Museum zeigt aus dieser Zeit zahlreiche wertvolle Fundstücke. (Quelle: beckum.de)

Hansestadt, Zünfte und jüdische Gemeinde

Beckums Rolle im Mittelalter wird über Zeugnisse des Zunftwesens und die Geschichte als Hansestadt vermittelt. Weitere Abteilungen widmen sich der jüdischen Gemeinde der Stadt sowie volkskundlichen und sakralen Objekten. (Quelle: westfalen.museum-digital.de)

Kalk, Zement und Kreidefossilien

Beckum ist eng mit der Kalk- und Zementindustrie verbunden. Das Stadtmuseum dokumentiert diese Industriegeschichte ebenso wie den ehemaligen Strontianitbergbau in der Region. Dazu kommen geologisch-paläontologische Objekte, darunter Fossilien aus der Kreidezeit. (Quelle: beckum.de) Wer sich tiefer mit der Zementgeschichte beschäftigen möchte, findet in Beckum mit dem ehrenamtlich betriebenen Zement-Museum an der Hammer Straße eine Ergänzung. (Quelle: zement-museum.de)

Alltag um 1900 und 500 Jahre Karneval

Anschaulich wird die jüngere Stadtgeschichte in mehreren nachgebauten Räumen. Gleich zu Beginn empfängt ein originalgetreuer Tante-Emma-Laden von 1908 die Besucher. Ein großbürgerlicher Wohnzimmersalon um 1910, eingerichtet wie bei einem Zementwerksdirektor, zeigt Familienporträts des Malers Joseph Seiwert. Ein historisches Klassenzimmer erinnert an den Unterricht in den ländlichen Bauerschaften. Ein eigener Raum zeigt unter dem Titel „500 Jahre närrische Tradition“ die Geschichte des Beckumer Karnevals, mit interaktiven Elementen und historischen Filmaufnahmen, die bis 1913 zurückreichen. (Quelle: beckum.de)

Sonderausstellungen

Vier- bis sechsmal im Jahr zeigt das Stadtmuseum Sonderausstellungen mit zeitgenössischer und moderner Kunst. Im Frühjahr 2026 war etwa die Ausstellung „Floating Spaces“ der Künstlerin Gudrun Kemsa zu sehen. (Quelle: beckum.de)

Angebote für Kitas und Schulen

Die Museumspädagogik bietet Programme für verschiedene Altersgruppen. Vorschulkinder lernen das Museum mit „Fridolin, dem Museumsfrosch“ kennen. Grundschulkinder ab der zweiten Klasse können über das Programm „Kulturstrolche“ ins Museum kommen, für Zehn- bis Vierzehnjährige gibt es Angebote im Rahmen des „Kulturrucksacks“. Hinzu kommen Führungen für Schulklassen und andere Gruppen, die über die Museumsverwaltung angemeldet werden. (Quelle: beckum.de)

Öffnungszeiten und Eintritt

Stadtmuseum Beckum, Markt 1, 59269 Beckum

Nach den seit Anfang 2026 geltenden Öffnungszeiten ist das Stadtmuseum von 9.30 bis 12.30 Uhr und von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Montags, dienstags, samstagvormittags und an Feiertagen bleibt es geschlossen. Der Eintritt ist frei. Sonderöffnungen sind nach Vereinbarung möglich. (Quelle: beckum.de)

Zwischen zwei Sonderausstellungen kann das Museum vorübergehend geschlossen sein. Besucher sollten die aktuellen Angaben vor der Anreise auf der Website der Stadt Beckum prüfen.

Fazit

Das Stadtmuseum Beckum ist ein klassisches Stadtmuseum im besten Sinn. Das historische Rathaus am Markt ist selbst ein Ausstellungsstück, und die Dauerausstellung schlägt den Bogen vom frühmittelalterlichen Fürstengrab über Hanse und Zünfte bis zu Zementindustrie und Karneval. Nachgebaute Räume wie der Tante-Emma-Laden und das Klassenzimmer machen Geschichte auch für Kinder greifbar, die Kunstausstellungen bringen regelmäßig Neues ins Haus. Bei freiem Eintritt bietet sich ein Besuch auch spontan beim Gang über den Marktplatz an. Vorher sollte man allerdings die eingeschränkten Öffnungszeiten prüfen.

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